Ein Bild von Stefanie Witte
29.10.2018, 14:03 Uhr KOMMENTAR ZU LEHRERMANGEL

Mangel an Berufsschullehrern droht: Keine Entschuldigung

Kommentar von Stefanie Witte

Nur die Hälfte der künftig benötigten Lehrer wird aktuell ausgebildet. Foto: dpaNur die Hälfte der künftig benötigten Lehrer wird aktuell ausgebildet. Foto: dpa

Osnabrück. Ganz selten wäre ein Problem in der Bildungspolitik so leicht zu lösen wie dieses: In den nächsten Jahren werden Zehntausende Berufsschullehrer fehlen – wenn alles so weiterläuft wie bisher. Drohen also Verhältnisse wie an den chronisch unterbesetzten Grundschulen?

Das muss nicht sein. Denn die Berufsschule hat drei entscheidende Vorteile gegenüber der Grundschule: Erstens liegt das Problem so weit in der Zukunft, dass die fehlenden Lehrer heute ausgebildet werden könnten.

Zweitens sind gerade an der Berufsschule Seiteneinsteiger nicht als Notlösung, sondern als Bereicherung zu sehen. Wer vorher in einem Ausbildungsberuf gearbeitet hat, versteht die Arbeitswelt der Azubis besser und weiß aus der Praxis, worauf es in der Ausbildung ankommt. Dazu müssen die künftigen Lehrer allerdings einheitlich und gut weitergebildet werden.

Und drittens werden Berufsschullehrer besser bezahlt als etwa die Kollegen an der Grundschule. ein weiterer Pluspunkt, neben häufig motivierten Schülern.

Im Interesse einer starken Wirtschaft sollten die Bildungspolitiker der Länder jetzt alles daran setzen, die Ausbildung von Berufsschullehrern auszuweiten. Sollte es doch zu einem flächendeckenden Mangel kommen, gibt es dafür keine Entschuldigung.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN