Vorwürfe "erwiesen haltlos" Nazi-Bilder auf Whatsapp verschickt? AfD-Abgeordneter dementiert

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Hat Stefan Keuter, Abgeordneter der AfD, pikante Bilder via Whatsapp verschickt? Das behauptet ein Medienbericht, der Politiker setzt sich deutlich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Foto: imago/Christian DitschHat Stefan Keuter, Abgeordneter der AfD, pikante Bilder via Whatsapp verschickt? Das behauptet ein Medienbericht, der Politiker setzt sich deutlich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Foto: imago/Christian Ditsch

Essen. Medienrecherchen zufolge soll der AfD-Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter Fotos von Hakenkreuzen und Hitler-Weihnachtsdeko über Whatsapp verbreitet haben. Keuter selbst dementiert das, gegen ihn laufe eine "Beschädigungskampagne."

Eine Medienrecherche legt nahe, dass der AfD-Abgeordnete Stefan Keuter geschmacklose und teils verbotene Nazibildchen über Whatsapp verschickt haben könnte. Das Nachrichtenmagazin "Stern" und das Recherchezentrum "Correctiv" wollen Whatsapp-Kommunikationen von AfD-Politikern von 2017 und 2018 ausgewertet haben und zeigen nun online Auszüge daraus.

Demnach sendete der 46-jährige Stefan Keuter aus dem Wahlkreis Essen unter anderem ein Foto einer Duschkabine mit gekacheltem Hakenkreuz, das mit dem Kommentar versehen ist: "Habe meinem Fliesenleger einen dezenten Braunton bestellt, da hat er mich wohl falsch verstanden." An Halloween 2017 soll er ein Foto von Hitler, auf dem "Hallo Wien!" steht, verschickt haben. Der Kommentar darunter: "Das habe ich geschickt bekommen. Ist das nicht fürchterlich?" Ein anderes laut der Stern-Recherche versandtes Bildchen zeigt oben das Foto eines Stahlhelmsoldaten mit Maschinengewehr und unten den Spruch: "Das schnellste deutsche Asylverfahren, lehnt bis zu 1400 Anträge in der Minute ab!"

Keuter: Habe natürlich keine "Nazibildchen" verschickt!

Auf das Bildmaterial angesprochen, antwortete Keuter gegenüber "Stern" und "Correctiv" zunächst, er könne sich nicht daran erinnern, die Bilder verschickt zu haben. Seine Familie sei selbst Opfer des Nationalsozialismus gewesen. Zwei Tage später schob er nach, er habe die Bilder einem ehemaligen Mitarbeiter zukommen lassen, damit dieser sie für ihn archiviere und politisch einordne.

Nach Veröffentlichung des Berichts beteuerte Keuter auf Facebook, die Bilder seien eindeutig seinem Referenten zuzuweisen, der "eine haltlose Beschädigungskampagne" gegen ihn fahre. Deshalb laufe auch bereits ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht. 

Die Berichterstattung bezeichnete er als "unsaubersten Journalismus". Die Vorwürfe gegen ihn seien "erwiesen haltlos". Weiter äußern wolle er sich nicht zu seinem ehemaligen Angestellten, während das Verfahren laufe. Keuter kündigte an, die Kommunikation mit dem "Stern" später offen legen zu wollen, denn er "habe nichts zu verbergen."

In Deutschland ist die Verbreitung oder öffentliche Verwendung von Symbolen des Nationalsozialismus gesetzlich verboten (§ 86a Strafgesetzbuch). Das Verbot bezieht sich nicht nur auf Hakenkreuze, sondern jegliche Kennzeichen von verfassungswidrig erklärten Parteien oder Vereinigungen – wie Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen. Ihre Verwendung ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe belegt.


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