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29.10.2018, 20:27 Uhr KOMMENTAR ZU MERKELS RÜCKZUG

Die Erneuerung der CDU muss noch weiter gehen

Kommentar von Ralf Geisenhanslüke

Gelöst und mit sich im Reinen wirkte Kanzlerin Angela Merkel, als sie am 29. Oktober 2018 ihren Verzicht auf den CDU-Parteivorsitz bekannt gab. Foto: imago/Jens SchickeGelöst und mit sich im Reinen wirkte Kanzlerin Angela Merkel, als sie am 29. Oktober 2018 ihren Verzicht auf den CDU-Parteivorsitz bekannt gab. Foto: imago/Jens Schicke

Osnabrück. Respekt und Anerkennung hat Kanzlerin Angela Merkel für ihre Entscheidung geerntet, den CDU-Vorsitz abgeben und sich bis 2021 aus der aktiven Politik zurückziehen zu wollen. Die Partei ist aber gut beraten, dies nur als Auftakt für eine grundlegende Erneuerung zu nehmen, meint Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke.

Die CDU beginnt mit ihrer personellen und hoffentlich auch inhaltlichen Erneuerung. Endlich – so lassen sich die Ergebnisse der letzten beiden Landtagswahlen eindeutig interpretieren und so schallt es aus der Partei selbst. Angela Merkel kann die Problembewältigung und den Generationenwechsel nicht mehr aussitzen. Das gesetzliche Rentenalter ereilt in diesen Tagen die Kanzlerin und ihre Politik schneller, als sie es gerne gehabt hätte.

Schon die Abwahl ihres treuen Vasallen Volker Kauder hätte ihr zu denken geben müssen. Doch noch hat sie es in der eigenen Hand, den Übergang zu neuen Gesichtern so zu gestalten, dass sie nicht aus dem Kanzleramt getrieben wird. Das wäre auch nicht der angemessene Lohn einer über weite Strecken gelungenen Kanzlerschaft.

Das Schaulaufen der möglichen Kandidaten hat jetzt begonnen. Die CDU, ihre Noch-Chefin und alle einflussreichen Führungskräfte sind gut beraten, die Merkel-Nachfolge nach ausreichendem parteiinternen Diskurs von der Basis entscheiden zu lassen. Erst einmal sollte es egal sein, ob der eine Kandidat als Wiedereinsteiger zu alt sein könnte, ein anderer noch zu ungestüm und jung oder eine Dritte zu viel Merkel-Nähe mitbringt. Eine wichtige Lektion haben die Wähler den Politikern in den letzten Monaten erteilt: Sie verabscheuen nichts mehr als Personaldiskussionen um der Personen Willen zu Lasten ordentlicher Regierungsarbeit.

Angela Merkel hat nun gezwungenermaßen die personelle Erneuerung eingeläutet. Doch bei ihr alleine darf es in der CDU/CSU nicht bleiben.


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