AfD-Gründer zur Hessenwahl Lucke: AfD schafft es nicht, moderate Wählerschichten an sich zu binden

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Europaabgeordneter Bernd Lucke hält die Wählergunst gegenüber der AfD für ausgereizt. Archivfoto: imago/Bild13Europaabgeordneter Bernd Lucke hält die Wählergunst gegenüber der AfD für ausgereizt. Archivfoto: imago/Bild13

Brüssel/Berlin. Die Grünen seien gegenüber der AfD im Vorteil, meint der Partei-Mitbegründer Bernd Lucke mit Blick auf die vergangene Landtagswahl in Hessen.

Er ist Mitbegründer der Protestpartei, die nun – mit deutlich rechtspopulistischeren Zügen – in allen 16 deutschen Landtagen vertreten ist: Der frühere AfD-Vorsitzende Bernd Lucke deutet die starken Zugewinne seiner Ex-Partei in Hessen dennoch nicht als blanken Erfolg.

Von der Unzufriedenheit mit den Regierungsparteien hätten die Grünen viel stärker profitieren können als die AfD, sagte Lucke unserer Redaktion. "Die AfD hat offenbar das rechte Wählerpotential, das für aggressive Rhetorik empfänglich ist, ausgereizt. Sie schafft es aber nicht, auch moderate Wählerschichten an sich zu binden."

Merkel trage Verantwortung für Wahlschlappen

Die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die CDU-Parteiführung abzugeben, bewertete der heutige Europaabgeordnete als unvollständig. Lucke: "Frau Merkel hätte auch als Bundeskanzlerin zurücktreten sollen, denn für die schlechten Wahlergebnisse der CDU trägt sie die Verantwortung."

Ihrer Partei habe sie mit ihrem schrittweisen Rückzug keinen Gefallen getan. "Solange sie Bundeskanzlerin bleibt, hat der Vorsitzende der CDU wenig Beinfreiheit", führte Lucke aus. "Er müsste die Kanzlerin unterstützen und wird dadurch selbst beschädigt." Somit bringe der Schritt der CDU kaum Chancen, entfremdete Wähler zurückzugewinnen, findet der 56-Jährige.

Bernd Lucke sitzt derzeit im Bundesvorstand der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) – "Die Eurokritiker". Außerdem ist er Mitglied der Fraktion Europäische Konservative und Reformisten im Europaparlament. 

Zur Person

Bernd Lucke
Im Februar 2013 hatte Lucke die Alternative für Deutschland (AfD) mitgegründet. Bei der folgenden Bundestagswahl verpasste er mit der Partei den Einzug in den Bundestag knapp. Seit 2014 ist er Europaabgeordneter der AfD. 2015 trat er aus der Partei aus und gründete die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die 2016 in Liberal-Konservative Reformer umbenannt wurde. Lucke ist im Europäischen Parlament im Ausschuss für Wirtschaft und Währung tätig.

Weiterlesen: Groko-Experte: "Merkels Niedergang begann wie bei Schröder"


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN