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28.10.2018, 20:33 Uhr KOMMENTAR

Nach der Wahl in Hessen: So geht’s für CDU und SPD nicht weiter

Kommentar von Ralf Geisenhanslüke

Die Spitzenkandidaten der Parteien Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD,r) und Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, stehen während der HR-Fernsehrunde nebeneinander. Foto: Oliver Dietze/dpa-Pool/dpaDie Spitzenkandidaten der Parteien Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD,r) und Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, stehen während der HR-Fernsehrunde nebeneinander. Foto: Oliver Dietze/dpa-Pool/dpa

Osnabrück. In Hessen hatten die wahlkämpfenden Parteien keine Chance gegen den Bundestrend. Es war wieder eine Denkzettel-Wahl. Der Kommentar zur Hessenwahl von NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke.

Die Grünen wird dies freuen, sie sind die Partei der Stunde und rücken nun zur SPD auf. Die CDU und SPD sind für die miserable Arbeit der Großen Koalition bitter bestraft worden. Die grundsätzlich ordentliche Landespolitik des beliebten Ministerpräsidenten Bouffier schlägt sich nicht im Wahlergebnis nieder. 


Gut zehn Prozentpunkte verlieren die CDU und die SPD, für die ihr Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel das schlechteste Resultat seit 1946 einfährt. Nur knapp ein Drittel der CDU- und SPD-Anhänger ist mit Auftreten und Geleistetem der Groko zufrieden. Respektloser Umgang der Politiker miteinander und kraftlose Sachpolitik sind die Gründe für das schlechte Bild. Der Politik-Stil der Parteispitzen um Angela Merkel, Horst Seehofer und Andrea Nahles muss sich ändern, weniger Streit, mehr Sachlösungen. 

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Zu einem Nicht-mehr-weiter-so gehören aber zwingend personelle Erneuerungen. Dem aktuellen Personal trauen die Wähler keine Trendwende und zukunftsfähige Politik zu. Welche Alternativen sich auch immer anbieten, sie müssen Zug um Zug die Verantwortung übernehmen dürfen – bevor es noch schlimmer kommt für CDU und SPD. Noch stellt die CDU in Hessen die mit Abstand stärkste Fraktion.



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