Drogenbericht der Bundesregierung Marihuana-Legalisierung in Kanada ist "eine Kapitulation"

Von dpa

Die Bundesregierung übt Kritik an der Legalisierung von Marihuana in Kanada. Foto: Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpaDie Bundesregierung übt Kritik an der Legalisierung von Marihuana in Kanada. Foto: Christopher Katsarov/The Canadian Press/AP/dpa

Berlin. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler kritisiert die Legalisierung von Marihuana in Kanada und warnt vor E-Zigaretten in Deutschland.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat die landesweite Legalisierung von Marihuana in Kanada kritisiert. Dies sei "eine Kapitulation" und ein Schritt in die falsche Richtung, sagte die CSU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. 

Sie verwies darauf, dass Cannabis mit dem Stoff von vor 20 Jahren inzwischen nichts mehr gemein habe, sondern viel stärker geworden sei. Statt einer Legalisierung gehe es darum, früher mit Beratung anzusetzen. Mortler machte deutlich, dass sie in diesem Sinne nach dem Motto "Hilfe statt Sanktion" in Gesprächen sei. Nähere Angaben zu möglichen neuen Lösungsansätzen machte sie vorerst nicht.

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Auch die Gewerkschaft der Polizei kritisierte den Schritt in Kanada. "Fällt ein Verbot, wird damit gleichzeitig suggeriert, dass etwas ja gar nicht so gefährlich ist, wie immer behauptet wurde", warnte der Vorsitzende Oliver Malchow. "Angesichts der schwerwiegenden Folgen des regelmäßigen Cannabiskonsums vor allem bei jungen Menschen würde mit einer Freigabe ein zu hohes Risiko in Kauf genommen." Es sei auch ein Irrglaube, dass die Legalisierung eines verbotenen Stoffes damit in Verbindung stehende Kriminalität reduziere.

Als zweites Land der Welt nach Uruguay hat Kanada den Anbau und Verkauf von Marihuana landesweit für legal erklärt. Die Neuregelung trat in der Nacht zu Mittwoch in Kraft. In Deutschland gelten Cannabis-Produkte als illegale Suchtmittel. Besitz, Anbau und Handel sind verboten. 

Warnung vor Alkohol und E-Zigaretten

Mortler mahnte auch eine stärkere Vorbeugung gegen übermäßigen Konsum von Alkohol und neue Raucher-Produkte an. Bei Elektrozigaretten oder Wasserpfeifen gebe es "einen klaren Aufwärtstrend – sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen", sagte Mortler. "Auch Alkohol wird in Deutschland noch deutlich zu viel und vor allem viel zu gedankenlos getrunken." Dies gelte es zu ändern, denn für viele Menschen bedeute Alkohol ein echtes Problem.

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland sank im vergangenen Jahr erstmals seit längerem wieder leicht auf 1272, wie bereits zuvor mitgeteilt worden war. Hauptursache für einen Drogentod sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Mit Sorge beobachten Fachleute zudem eine immer größere Palette neuer, meist synthetischer Wirkstoffe, die teils nur schwer zu analysieren sind.


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