Unwürdiges CSU-Spektakel Schuldzuweisungen vor der bayerischen Landtagswahl

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Markus Söder macht Wahlkampf und spricht im Klostergasthof in Andechs. Foto: imago/Sammy MinkoffMarkus Söder macht Wahlkampf und spricht im Klostergasthof in Andechs. Foto: imago/Sammy Minkoff

Berlin. Es ist ein peinliches Schauspiel: Bayerns Ministerpräsident Söder schiebt angesichts der drohenden Verluste bei der morgigen Landtagswahl Parteichef Seehofer die Schuld in die Schuhe, macht ihn für den enormen Vertrauensverlust verantwortlich. Dabei hat Söder selbst für die Orientierungslosigkeit der CSU gesorgt.

Es ist ein peinliches Schauspiel: Bayerns Ministerpräsident Söder schiebt angesichts der drohenden Verluste bei der morgigen Landtagswahl Parteichef Seehofer die Schuld in die Schuhe, macht ihn für den enormen Vertrauensverlust der Christsozialen verantwortlich. Dabei hat Söder selbst hat durch seinen Schlingerkurs gegenüber der AfD, die Rollenwechsel vom gütigen Landesvater zum Asyl-Hardliner und wieder zurück für Irritationen gesorgt und ist für die Orientierungslosigkeit der CSU mitverantwortlich.

Statt sich billig aus der Verantwortung zu stehlen, muss sich Söder nach dem Wahlsonntag der neuen Herausforderung stellen: Kann der Ego-Politiker auch Koalition? Die CSU mag den zu erwartenden Verlust der absoluten Mehrheit als Schock empfinden. Der Zerfall des bürgerlichen Lagers ist nicht zu befürchten, auch wenn die AfD mit gut zehn Prozent in den Landtag einzieht. Im Gegenteil: Mehr Farbe und geteilte Macht im Maximilianeum könnten der politischen Landschaft im Freistaat gut tun. Schwarz-Grün auf bayerisch - das wäre ein interessantes Projekt.

Für die Bundes-SPD wird die Bayern-Wahl zum Desaster, daran bestehen kaum Zweifel. Beim ersten Stimmungstest für Andrea Nahles, seit sie im April den Vorsitz übernahm, dürfte sie eine schallende Ohrfeige kassieren. Noch ist nicht zu erkennen, wie Nahles den Niedergang der Sozialdemokraten stoppen könnte.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN