Endspurt im Bayern-Wahlkampf CSU und SPD vor massiven Verlusten

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27.09.2018, Bayern, München: Natascha Kohnen, SPD-Landesvorsitzende in Bayern spricht während der letzten Plenarsitzung im bayerischen Landtag vor der Wahl. Im Hintergrund sitzt Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++27.09.2018, Bayern, München: Natascha Kohnen, SPD-Landesvorsitzende in Bayern spricht während der letzten Plenarsitzung im bayerischen Landtag vor der Wahl. Im Hintergrund sitzt Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Berlin. "Ich weiß, dass wir in nicht ganz einfachen Zeiten leben. Und ansonsten warte ich auf das Ergebnis." Hochspannung für Bundeskanzlerin Merkel und das politische Berlin vor der Landtagswahl in Bayern. Massive Verluste für die CSU zeichnen sich ab, der Bayern-SPD droht ein einstelliges Ergebnis.

Massive Verluste für die CSU zeichnen sich ab, der Bayern-SPD droht gar Platz fünf hinter CSU, Grünen, AfD und Freien Wählern. Auf die Frage, ob sie durch die CSU-Verluste Instabilität im Freistaat und Konsequenzen für Berlin fürchte, wich die Regierungschefin gestern aus: "Zu Sonntag kann ich nur sagen, dass sich mir natürlich ein gutes Ergebnis für die CSU wünsche", sagt Merkel in Berlin.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet nach der Bayernwahl noch nicht mit einer neuen Debatte über das Ansehen der Kanzlerin. Erst nach der Hessenwahl zwei Wochen später werde es „vermutlich auch Diskussionen geben", so Schäuble am Freitag im Südwestrundfunk. Der Bundestagspräsident gab zu bedenken, dass Merkel „nicht mehr so unbestritten" sei, "wie sie über drei Legislaturperioden oder über zweieinhalb Legislaturperioden gewesen ist". Die lange Regierungszeit der Union zeitige "Ermüdungseffekte", sagte er der italienischen Zeitung "Repubblica".

Zum Wahlkampf-Abschluss versuchten Christsoziale und Sozialdemokraten in Bayern mit letzten Großveranstaltungen die vielen noch unentschiedenen Wähler zu mobilisieren. Ministerpräsident Markus Söder trat am Abend gemeinsam mit Parteichef Horst Seehofer und Österreichs konservativem Kanzler Sebastian Kurz in einem Münchener Brauhaus auf. SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen und SPD-Parteichefin Andrea Nahles warben in Schweinfurt noch einmal gemeinsam um Vertrauen.

Letzen Umfragen zufolge kann die CSU mit 33 bis 35 Prozent rechnen, damit wäre die absolute Mehrheit verfehlt und die Christsozialen müssten sich einen Koalitionspartner suchen. FDP und Linkspartei müssen um den Einzug in den Landtag bangen. Erreichen die Liberalen mehr als fünf Prozent, gilt eine Koalition von CSU, FDP und Freien Wählern als wahrscheinlichste Option. Die Wähler präferieren indes ein schwarz-grünes Bündnis. Dazu äußerte sich Söder kritisch: Das Programm der Grünen sei "in der Form nicht koalitionsfähig", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Beim CSU-Kernthema Innere Sicherheit wolle die Ökopartei alle CSU-Beschlüsse zurückdrehen.

Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulz sagte, am Sonntag werde gewählt. "Dann ist es die Aufgabe aller demokratischen Parteien verantwortungsbewusst mit dem Ergebnis umzugehen." Die Grünen liegen in Umfragen bei knapp unter 20 Prozent. Das ZDF-Politbarometer vom Donnerstagabend sieht die SPD bei zwölf, die Freien Wähler und die AfD bei zehn Prozent. In anderen Umfragen liegen AfD und Freie Wähler vor den Sozialdemokraten. Deren Spitzenkandidatin Kohnen machte abermals die Bundespartei für die schlechten Werte in Bayern verantwortlich. "Die SPD befindet sich in einer sehr schwierigen Phase. Wir brauchen wieder eine Politik der klaren Haltung", kritisierte Parteichefin Nahles.


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