Kommentar Weiter Kritik an Papst-Vergleich: Keine Lichtgestalt

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Papst Franziskus steht erneut in der Kritik. Foto: dpaPapst Franziskus steht erneut in der Kritik. Foto: dpa

Osnabrück. Der Skandal hallt nach: Der Papst hat Abtreibungen mit Auftragsmord verglichen. Das verstört viele und macht wütend. Immerhin hatten Menschen weltweit große Hoffnungen in Franziskus gesetzt, der die Gläubigen als frischgewählter Papst freundlich und bescheiden begrüßt hatte und fortan Demut und Menschennähe predigte.

Auf den ersten Blick scheint ein so unmöglicher Vergleich zu der vermeintlichen Lichtgestalt nicht zu passen. Wer das so sieht, vergisst aber, dass Franziskus gerade bei diesem Thema selbst voll auf Linie einer Kirche war und ist, die Abtreibung für eine schwere Sünde hält. Abtreibungen etwa hatte er bereits zuvor mit Euthanasie verglichen.

So freundlich dieser Papst wirken mag, so hart ist er in der Sache. Und manchmal irrt er radikal. So dachte Franziskus vor kurzem auch laut darüber nach, inwieweit man homosexuelle Kinder in der Psychiatrie behandeln könnte.

Und so darf sich die Kirche, der Franziskus vorsteht, nicht wundern, wenn sie im Zentrum von Spott und Verachtung steht. Denn die Haltung des Papstes hat nicht nur wenig mit der Not von ungewollt Schwangeren zu tun. Ihr fehlt auch das Mitgefühl, das Franziskus sonst so wichtig ist.

Schade ist das für die Katholiken und Kirchenvertreter, die schon liberaler sind und das Thema im täglichen Umgang anders handhaben.


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