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11.10.2018, 17:47 Uhr KOMMENTAR

Cyberkriminalität: Ignorieren hilft nicht

Von Melanie Heike Schmidt


Sieht harmlos aus, enthält aber reichlich Zündstoff: der Jahresbericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, den Innenminister Horst Seehofer (CSU, links) und BSI-Präsident Arne Schönbohm gestern in Berlin vorgestellt haben. Foto: Kay Nietfeld/dpaSieht harmlos aus, enthält aber reichlich Zündstoff: der Jahresbericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, den Innenminister Horst Seehofer (CSU, links) und BSI-Präsident Arne Schönbohm gestern in Berlin vorgestellt haben. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Osnabrück. Schadprogramme, mit denen sich PCs fremdsteuern oder lahmlegen lassen, Phishing-Mails, die Passworte offenlegen: Cyberkriminelle lassen sich immer neue Tricks einfallen, um ihre Verbrechen zu begehen. Die Schäden für Unternehmen und Privatleute sind enorm. Doch nur auf andere zu zeigen, hilft in diesem Fall wenig. Verbraucher müssen selbst aktiv werden.

Bereits 2017 offenbarte der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit eine Zahl, die einen schwindelig werden ließ: 600 Millionen Schadprogramme, mit deren Hilfe Computer, Handys oder sogar Herzschrittmacher gehackt werden können, seien auf dem Markt, hieß es. Dieses Jahr ist die Zahl auf erschreckende 800 Millionen angewachsen. Auch Innenminister Horst Seehofer konnte bei der Vorstellung des neuesten Berichts alles andere als Entwarnung geben. Die Bedrohungslage bleibe hoch, sagte er. Dies kann man nicht nur, man muss es als Warnung verstehen.

Die Gefahr, Opfer von Cyberangriffen zu werden, ist also keineswegs nur eine theoretische, im Gegenteil. Schreckensmeldungen über Hackerangriffe oder die neuesten Phishing-Mails, die trickreich Passworte und PIN-Nummern erjagen, sind Alltag. Das Ignorieren solcher Warnungen scheint jedoch ebenso alltäglich zu sein. Und genau das ist das Problem.

Wer stolzer Besitzer eines Smartphones ist, sich virtuelle Assistenten wie Alexa, Echo und Co. ins Wohnzimmer stellt oder sein Haus in ein Smart-Home verwandelt, muss sich zwingend auch um die Sicherheit der Geräte kümmern. Wem das zu stressig ist, der kann auch gleich damit aufhören, Auto oder Haustür abzuschließen. Denn mögen die Angriffe auch virtuell erfolgen, die Schäden danach sind real.

Weiterlesen: Was ist Ransomware? Wie verhindert man Datenklau? – Fragen und Antworten zur Cybercriminalität


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