„Das ist Denunziantentum“ Lehrerverband: AfD-Meldeportale unterbinden

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Die AfD hat erste Portale eingerichtet, bei denen Schüler ihre Lehrer melden können, wenn diese sich kritisch über die Partei äußern. Foto: Julian Stratenschulte/dpaDie AfD hat erste Portale eingerichtet, bei denen Schüler ihre Lehrer melden können, wenn diese sich kritisch über die Partei äußern. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Der Deutsche Philologenverband appelliert an die Kultusministerkonferenz (KMK), die Einrichtung von Meldeportalen gegen missliebige Lehrer zu unterbinden.

„Das ist Denunziantentum und zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrern“, sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing unserer Readktion. Sie kritisierte „aufs Schärfste“, dass die AfD mit solchen Meldeportalen offenkundig die Idee von Schule als einem Ort freier Rede infrage stellen wolle. Als positiv hob Lin-Klitzing hervor, dass Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sich schützend vor die Lehrerschaft gestellt und einen solchen „Pranger“ verurteilt habe.

Freie Rede und Überwältigungsverbot

„Heute ist Schule ein Ort der freien Erziehung und Bildung, daran dürfen wir nicht rütteln“, betonte die Verbandschefin. „Mit dem geplanten AfD-Portal wird verhindert, dass Schülerinnen und Schüler zu Meinungsbildung und eigener Urteilskraft befähigt werden“, betonte sie ferner. Aber natürlich gelte auch das „Überwältigungsverbot“, wonach Lehrer ihre Schüler nicht mit ihrer Meinung überwältigen dürfen. Die KMK müsse jetzt prüfen, ob es aus Datenschutzgründen überhaupt erlaubt sei, Namen zu nennen, ohne das Einverständnis der betroffenen Personen einzuholen.


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