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BKA-Zahlen Anschläge auf Asylunterkünfte mehr als halbiert

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Die Zahl der Anschläge auf Asylunterkünfte hat sich seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Foto: Nicolas Armer/dpaDie Zahl der Anschläge auf Asylunterkünfte hat sich seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Foto: Nicolas Armer/dpa

Osnabrück. Die Asylbewerberzahlen gehen zurück, die Integration von Flüchtlingen kommt voran. Damit sinkt auch die Gewalt gegen Asylunterkünfte. Die Zahl der Anschläge hat sich in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als halbiert. Zumeist sind die Täter Rechtsradikale.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres zählten die Behörden 110 Straftaten gegen Asylunterkünfte, wie das Bundeskriminalamt (BKA) auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte. Das waren weniger als halb so viele (44 Prozent) wie im Vorjahreszeitraum, also von Januar bis September 2017.

Während im Gesamtjahr 2017 im Schnitt noch jedes Quartal mehr als 80 solcher Taten verübt wurden, sind es in diesem Jahr nur noch 36 im Durchschnitt. Rein statistisch kommt es aber nach wie vor alle 2,5 Tage in Deutschland zu einem Angriff auf Asylbewerberheime. Es handelt sich dabei um vorläufige Zahlen, in der Regel gibt es später noch eine Reihe von Nachmeldungen.

Situation entspannt sich weiter

Somit dürfte sich 2018 insgesamt die Lage weiter deutlich entspannen und der Wert auch im Gesamtjahr deutlich unter dem Vorjahr bleiben. 2017 registrierten die Behörden noch 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte, 2016 waren es bundesweit 995 und 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es 1031 gewesen.

Die Aussichten sind somit gut, dass in diesem Jahr wieder der Stand von vor der Krise erreicht beziehungsweise unterschritten wird: 2014 hatte es 199 Angriffe gegeben.

Ein Hauptgrund dafür dürfte sein, dass inzwischen weit weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Viele Notunterkünfte konnten deshalb geschlossen werden. Damit sinkt auch die Gewalt gegen Asylunterkünfte. Laut Bundesinnenministerium ging im gesamten bisherigen Jahr die Zahl der Asylanträge verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 15,5 Prozent auf 142 167 zurück. Diese Zahl beinhalt Erst- und Folgeanträge. Es ist somit unwahrscheinlich, dass der im Koalitionsvertrag vereinbarte Zuwanderungskorridor von jährlich maximal 180 000 bis 220 000 Menschen erreicht wird.

Meist rechtsradikale Täter

Laut Bundeskriminalamt hatten in den ersten neun Monaten dieses Jahres fast alle Anschläge (108 von 110) einen rechtsradikalen Hintergrund. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung (38), Schmierereien und Propaganda (36), sowie vereinzelt Gewaltdelikte und Volksverhetzung.

Nach wie vor ist die Zahl fremdenfeindlicher Übergriffe außerhalb solcher Unterkünfte deutlich höher. Experten warnen daher vor der Gefahr von Alltagsrassismus und rechter Gewalt.


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