Druck aus den USA Vermisster Journalist: Donald Trump verlangt Antworten von Saudi-Arabien

Von dpa

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Donald Trump mischt sich in den Fall Chaschukdschi ein. Foto: Imago/Kevin DietschDonald Trump mischt sich in den Fall Chaschukdschi ein. Foto: Imago/Kevin Dietsch

Washington. Das Verschwinden von Dschamal Chaschukdschi stellt das gute Verhältnis zwischen Donald Trump und Saudi-Arabien auf die Probe. Nun macht der US-Präsident Druck.

US-Präsident Donald Trump macht nach dem mysteriösen Verschwinden des saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi Druck auf die Regierung in Riad. "Es ist eine sehr traurige Situation, es ist eine sehr schlimme Situation", sagte Trump am Mittwoch im Weißen Haus. "Wir dürfen nicht zulassen, dass so etwas passiert, nicht mit einem Reporter, nicht mit irgendjemandem." Der US-Präsident forderte Aufklärung von Riad: Er wolle Informationen von der saudischen Regierung sehen – "und wir wollen sehen, was hier vor sich geht." Der Fall des Journalisten stellt eine Belastungsprobe für die Beziehungen zwischen den USA und Saudi-Arabien dar. Unter Trump hat sich das Verhältnis zwischen Washington und dem saudischen Königshaus wieder deutlich verbessert, nachdem es sich unter seinem Vorgänger Barack Obama abgekühlt hatte.

Weiterlesen: Was passierte mit Dschamal Chaschukdschi?

Das Weiße Haus teilte mit, dass Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der Nationale Sicherheitsberater John Bolton mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über Chaschukdschi gesprochen hätten. Anschließend sei Außenminister Mike Pompeo noch einmal mit ihm in Kontakt gewesen. Alle drei forderten demnach mehr Details von der saudischen Regierung und riefen sie dazu auf, sich bei den Ermittlungen transparent zu verhalten.

Der 59 Jahre alte Chaschukdschi hatte vor mehr als einer Woche das saudische Konsulat in Istanbul betreten und wird seitdem vermisst. Türkische Polizei- und Regierungskreise gehen Medienberichten zufolge davon aus, dass er im Konsulat ermordet wurde. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück und versprach, den Fall aufzuklären.

US-Regierung bestreitet Insiderinformationen

Chaschukdschi war vor mehr als einem Jahr aus Angst vor politischer Verfolgung ins Exil in die USA gegangen. Dort schrieb er unter anderem Artikel für die "Washington Post", die er mit Jamal Kashoggi zeichnete. Die "Washington Post" berichtete am Mittwoch, US-Geheimdienstler hätten ein Gespräch von saudischen Vertretern abgefangen, in dem diese über einen Plan gesprochen hätten, Chaschukdschi nach Saudi-Arabien zu locken und ihn dort festzunehmen. Die Zeitung berief sich in dem Bericht auf Personen, die mit den Geheimdienstinformationen vertraut seien. Diese Informationen seien ein weiteres Indiz, das nahelege, dass das saudische Regime in das Verschwinden des Journalisten verwickelt sei, schrieb die Zeitung.

Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministers, Robert Palladino, erklärte am Mittwochnachmittag, er könne definitiv ausschließen, dass die US-Regierung im Vorfeld von Chaschukdschis bevorstehendem Verschwinden gewusst habe. Auf die anschließende Frage eines Journalisten, ob die Regierung etwas davon gewusst habe, dass eine Bedrohung für Chaschukdschi bestehe, sollte er in das Konsulat gehen, erklärte Palladino: "Wir hatten keine Kenntnisse im Vorfeld."


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