Austrittsabkommen "in Reichweite" EU will Durchbruch bei Brexit-Verhandlungen bis nächste Woche

Von dpa

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Der Westminster-Palast, Sitz des britischen Parlaments in London: Ein Brexit-Abkommen ist "in Reichweite". Foto: Andrew Mccaren/London News Pictures via ZUMA/dpaDer Westminster-Palast, Sitz des britischen Parlaments in London: Ein Brexit-Abkommen ist "in Reichweite". Foto: Andrew Mccaren/London News Pictures via ZUMA/dpa

Brüssel. Bei den Brexit-Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien bahnt sich eine Lösung an. Ein Punkt ist jedoch weiterhin strittig.

Die Europäische Union setzt auf einen Durchbruch in den Brexit-Verhandlungen bis zum EU-Gipfel in genau einer Woche. Dafür werde Tag und Nacht verhandelt, sagte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Mittwoch in Brüssel. 

Bis zum 17. Oktober solle ein Austrittsabkommen "in Reichweite" sein. "So versuchen wir, die Chancen auf einen geordneten Rückzug zu maximieren und die Kosten des Brexits für die Wirtschaft und für unsere Unternehmen zu minimieren."

Zuletzt war auf beiden Seiten die Zuversicht gewachsen, dass das Abkommen rechtzeitig zustande kommt. Damit würde nach dem Brexit-Datum am 29. März 2019 eine knapp zweijährige Übergangsphase starten, in der sich fast nichts ändert. Platzen die Verhandlungen, würde ein plötzlicher und vermutlich chaotischer Bruch drohen.

Grenze zwischen Irland und Nordirland weiter Streitthema

Barnier wiederholte, dass 80 bis 85 Prozent des Abkommens bereits ausgehandelt seien. Er verwies aber vor allem auf die schwierige Frage, wie eine harte Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland im Notfall vermieden werden kann. Barnier verteidigte noch einmal ausführlich die Vorschläge der EU, wonach in Nordirland EU-Zoll- und Produktregeln weiter gelten sollen. Zwischen Nordirland und dem übrigen Großbritannien soll es Waren- und Hygienekontrollen geben, sofern sie unumgänglich sind. Die EU sei auch offen für eine Zollunion mit Großbritannien, sagte Barnier.

Die Rede löste sofort heftige Kritik beim früheren britischen Außenminister Boris Johnson aus. In einer Serie von Tweets warf Johnson der britischen Regierung vor, über eine Lösung zu verhandeln, "die Großbritannien zu einer dauerhaften Kolonie der EU macht". Diese Lösung würde alle britischen Optionen verschließen, so auch, die EU ohne Vertrag zu verlassen oder ein besonders weitreichendes Freihandelsabkommen anzustreben.



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