Bisher nur etwa 120000 Anträge Zahl der Asylsuchenden weit entfernt von Obergrenze

Von dpa

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Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gingen 2018 netto bisher nur rund 100.000 Asylanträge ein. Das sind weniger als Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunächst befürchtet hatte. Foto: Fredrik von Erichsen/dpaBeim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gingen 2018 netto bisher nur rund 100.000 Asylanträge ein. Das sind weniger als Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zunächst befürchtet hatte. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Berlin. Im September haben weniger Menschen Asyl in Deutschland gesucht als im Vormonat. Im vergangenen Monat wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 12.976 Anträge gestellt, wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Daher wird noch unwahrscheinlicher, dass der im Koalitionsvertrag vereinbarte Zuwanderungskorridor von jährlich maximal 180.000 bis 220.000 Menschen erreicht wird.

Damit korrigiert auch das Bundesinnenministerium seine Erwartungen nach unten. „Nach den jetzigen Zahlen gehen wir davon aus, dass dieser Korridor auf keinen Fall überschritten wird“, sagte eine Sprecherin. Bislang seien nur etwa 120.000 Asylanträge in Deutschland gestellt worden, erklärte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Mittwoch in Berlin. Wenn man die Zahl der Menschen abziehe, die abgeschoben worden oder freiwillig ausgereist seien, komme auf man sogar auf eine Zahl von 100.000.

Im Juni hatte Minister Horst Seehofer (CSU) noch gesagt, es könne trotz eines erheblichen Rückgangs der Asylanträge in den ersten Monaten des Jahres noch „keine Entwarnung“ gegeben werden. Da im Sommer und Herbst mit einem saisonal bedingten Anstieg zu rechnen sei, könne die Spanne „in diesem Jahr erreicht oder sogar überschritten werden“. Der erwartete saisonale Anstieg sei aber nicht eingetreten, so die Sprecherin nun.

Seehofers Prognose sei von vornherein nicht von den Zahlen gedeckt gewesen, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. Es sei erschreckend, dass der Bundesinnenminister, anstatt die Bevölkerung sachlich zu informieren, sie auf Grundlage falscher und ungesicherter Zahlen zu verunsichern versuche.

Die Asylanträge im September lagen 14,2 Prozent unter der Zahl vom August und 21,5 Prozent unter der Zahl vom September 2017. Die meisten Flüchtlinge kommen weiterhin aus Syrien. Mit deutlichem Abstand liegt der Iran auf dem zweiten Platz, gefolgt vom Irak und der Türkei.

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