Landtagswahl am Sonntag CSU droht Machtverlust: Welche Koalitionen in Bayern möglich sind

Von Ankea Janßen

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Der CSU von Ministerpräsident Markus Söder droht mit 33 Prozent eine historische Pleite.Der CSU von Ministerpräsident Markus Söder droht mit 33 Prozent eine historische Pleite.

München. Am Sonntag wählen die Bayern einen neuen Landtag und der CSU droht Umfragen zufolge eine historische Pleite. Am Ende könnte ein Schwarz-Grün die einzige Option für ein Zweierbündnis sein.

Nur noch vier Tage, dann findet in Bayern die Landtagswahl statt. Sollten sich die bisherigen Prognosen am Sonntag bestätigen, ist die Übermacht der CSU gebrochen. Laut einer INSA-Umfrage hat Markus Söders Partei sogar nochmal in der Wählergunst nachgelassen und rutscht auf 33 Prozent ab. Die Zeiten, in denen die Christsozialen auf keinen Koalitionspartner angewiesen waren, wären damit vorbei. 

Die Grünen sind die neue Nummer zwei

Im sogenannten Bayern-Trend, den das Institut für die "Bild" ermittelt, verliert die CSU im Vergleich zur Befragung Ende September nochmal einen Prozentpunkt und erreicht nur noch 33 Prozent. Ebenso wie die SPD, die es nur noch auf katastrophale zehn Prozent schafft. 

Die Grünen (18 Prozent) und Freien Wähler (11 Prozent) gewinnen jeweils einen Prozentpunkt dazu. Die FDP rutscht von sechs auf 5,5 Prozent, während die Linke (4,5 Prozent) einen halben Punkt gewinnt. Beide Parteien kämpfen damit mit der Fünf-Prozent-Hürde und müssen zittern. Mit 14 Prozent hält die AfD seit Monaten ihren konstanten Wert. Die Rechtspopulisten scheinen davon profitiert zu haben, dass die CSU durch den Streit mit der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.

Mögliche Zweier-Bündnisse

Rein rechnerisch hätte die CSU nach der Wahl am Sonntag laut der INSA-Umfrage nur mit den Grünen oder der AfD eine Regierungsmehrheit. Eine Koalition mit der rechtsgerichteten AfD schließt die CSU allerdings aus. In vielen Sicherheits, Flüchtlings- und Umweltfragen sind sich CSU und grüne zwar uneinig, eine schwarz-grüne Koaltion ist aber nicht ausgeschlossen.

Ohne die Grünen braucht die CSU zwei Koalitionspartner

Sollten die inhaltlichen Gegensätze doch unüberwindbar sein und die Grünen nicht in Frage kommen, wäre eine Koalition mit Freien Wählern und der FDP oder mit SPD und FDP möglich und eine absolute Mehrheit würde erreicht werden. Die FDP ist ein alter bekannter Koalitionspartner: Mit ihr hatte die CSU von 2008 bis 2013 regiert. Die Freien Wähler mit Spitzenkandidat Hubert Aiwanger streben eine Koalition mit den Christsozialen an und wollen ebenfalls einen konservativen Kurs fahren.

Lindner distanziert sich von Alternativbündnis

FDP-Chef Christian Lindner hat Gerüchte über eine sogenannte Regenbogenkoalition aus Grünen, FDP, SPD und Freien Wählern dementiert. "Eine solche Regenbogenkoalition ist in der Sache so unwahrscheinlich, dass wir sie nicht einmal formal ausschließen müssen", sagte er gegenüber dem "Handelsblatt". Inhaltlich seien "die Differenzen unübersehbar". 



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