Dahoam is Dahoam Wahl in Bayern: So skurril werben die Parteien um Stimmen

Von Ankea Janßen

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Am 14. Oktober wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Plakatmotive gibt es viele. Foto: Matthias Balk/dpaAm 14. Oktober wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt. Plakatmotive gibt es viele. Foto: Matthias Balk/dpa

München. Für veganes Eis, Diesel-Fahrer oder einen Austritt aus der Bundesrepublik: Um die Wähler für sich zu mobilisieren, haben sich die Parteien in Bayern für die anstehende Landtagswahl am 14. Oktober einiges einfallen lassen.

Am Sonntag wird in Bayern ein neuer Landtag gewählt und der ganze Freistaat ist bunt plakatiert. Um möglichst viele Wähler zu mobilisieren, hat jede Partei ihre ganz eigene Strategie, setzt auf ihre Spitzenkandidaten oder bestimmte Wahlkampfthemen. Es gibt aber auch sogenannte "Wahlkampfschlager".

Heimat und Zusammenhalt besonders beliebt

Dahoam is Dahoam: Für ihr Heimatgefühl war bisher vor allem die CSU bekannt. Jetzt plakatieren aber auch andere Parteien wie die Piratenpartei und die ÖDP mit dem Begriff und auch einzelne Kandidaten von Freien Wählern, Grünen und SPD werben mit dem Schlagwort. "Der Begriff ist in Bayern natürlich sehr positiv behaftet und andere Parteien sind auf den Zug der CSU aufgesprungen", sagt Ursula Münch, Politikwissenschaftlerin an der Akademie für Politische Bildung Tutzing unserer Redaktion.

Beliebt ist auch der gesellschaftliche Zusammenhalt. Während es bei der CSU "Wir halten zusammen" heißt, geht die SPD mit "Zusammenhalt und Menschlichkeit" ins Rennen. "In diesen sehr emotionalen und aufgeladenen Zeiten sind das natürlich sehr friedfertige Botschaften, die aber nicht besonders hervortreten, wenn andere Parteien zuspitzen und polemisieren", so Münch. Die beiden Parteien setzen in ihren Kampagnen außerdem auf ihre Spitzenkandidaten Markus Söder (CDU) und Natascha Kohnen (SPD).

Auf dem Land ist Netzausbau Topthema

Schnelles Internet haben sich besonders viele Parteien auf die Agenda geschrieben und werben vor allem in ländlichen Regionen mit dem Netzausbau. Die ÖDP ist für Glasfaseranschlüsse in jedem Unternehmen und jedem Haushalt. Den Breitbandausbau wollen zudem auch kleine Parteien wie die Bayernpartei und die Piratenpartei vorantreiben. 

AfD macht Stimmung gegen den Islam

Keine andere Partei hat so viele unterschiedliche Plakat-Motive wie die AfD. Vor allem die CSU wird angegriffen: Die beiden Plakate "Die AfD hält, was die CSU verspricht" und "Wer CSU wählt, bekommt Merkel" sind allerdings nicht neu, sondern säumten bereits zur Bundestagswahl die Straßen. Allein sechs Plakate thematisieren den Islam. "Die AfD nutzt das Glaubwürdigkeitsdilemma der CSU aus und legt den Finger vor allem beim Thema Flüchtlingspolitik in die Wunde", sagt Münch. "Die AfD macht sich zum Sprachrohr derjenigen, die sich benachteiligt fühlen". Auf die islamfeindlichen Motive hat eine Partei aber direkt eine Antwort. 


Untereinander wird ausgeteilt

Auffällig ist in Bayern auch, dass die Parteien auf ihren Plakaten immer wieder Bezug aufeinander nehmen und untereinander austeilen. So kritisiert die CSU die SPD beim Thema Wohnungsbau, die AfD will halten, "was die CSU verspricht" und die ÖDP ist sich sicher, dass es "keine Alternative" gibt. Die FDP hingegen antwortet direkt auf die Botschaften anderer Parteien. Münch kritisiert jedoch, dass solche Motive einen besonders kundigen Wähler voraussetzen würden.


Von Witzig bis Skurril

Einige Plakate stechen auf Bayerns Straßen ganz besonders ins Auge: Unter "Wahlplakate from Hell" hat der Politikberater und Blogger Martin Fuchs die lustigsten und peinlichsten Plakate dokumentiert und auch Thomas Irlbeck hat sich der Sache auf neuperlach.org angenommen:



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