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09.10.2018, 16:56 Uhr IWF SENKT WACHSTUMSPROGNOSE

Warum die Bremsspuren in der Weltwirtschaft nicht überraschen

Von Marion Trimborn


Der Internationale Währungsfonds hat die globale Wachstumsprognose gesenkt. Grund sind die vielen Handelskonflikte. Foto: Yu Fangping/dpaDer Internationale Währungsfonds hat die globale Wachstumsprognose gesenkt. Grund sind die vielen Handelskonflikte. Foto: Yu Fangping/dpa

Osnabrück. Natürlich dämpfen die von US-Präsident Trump ausgelösten Handelsstreitigkeiten weltweit die Wirtschaft. Die Aussichten sind nicht mehr rosig, die Vorboten einer Krise zu erkennen. Alle, von den USA über China bis Europa, sollten ein Interesse daran haben, einen Handelskrieg zu vermeiden. Ein Kommentar

In der Wirtschaft gibt es neben dem Geld eine zweite Währung und die heißt Vertrauen. Ist das Vertrauen erst mal verloren, läuft es nicht mehr rund. Dann investieren Firmen weniger und der Handel stockt. Genau dieses Phänomen ist jetzt in der Weltwirtschaft zu beobachten. Der von US-Präsident Trump vorsätzlich entfachte Handelsstreit hat das Vertrauen bröcken lassen - zwischen Staaten wie USA, Europa und China, aber auch zwischen Unternehmen und Politik. Die Zölle hinterlassen erste Bremsspuren in der Weltwirtschaft, deren alte Ordnung in Frage steht. Neue Unsicherheiten kommen hinzu, etwa der Brexit oder die US-Zinswende.

Vorboten der Krise

Wohlgemerkt, noch geht es um Nachkomma-Stellen beim Wachstum. Aber es könnten Vorboten für größere Probleme sein. Sollte China, der größte Gläubiger der USA, als Gegenmaßnahme einen Teil der US-Staatsanleihen verkaufen, würde das die USA in Turbulenzen bringen. Die Folge könnte eine Weltrezession ähnlich der von 2008 sein.

Gerade Europa muss sich Sorgen machen, vor allem Exportweltmeister Deutschland. Da die Euro-Staaten seit der Finanz- und Eurokrise wesentlich höher verschuldet sind als damals, wäre in der Krise kein Geld für Konjunkturprogramme da. Zudem kann die Europäische Zentralbank den Leitzins, der bei null liegt, nicht mehr senken, um durch billige Kredite Wachstum zu stimulieren.

Daher ist es im Interesse aller, dass der Konflikt nicht eskaliert. Auch wenn Trump es nicht hören mag: Ein Handelskrieg kennt nur Verlierer.


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