Ein Bild von Katharina Ritzer
30.09.2018, 16:02 Uhr KOMMENTAR ZU MOSCHEE-EINWEIHUNG

Ditib betreibt das Gegenteil von Integration

Von Katharina Ritzer


Ein architektonisch beeindruckender Bau ist die neue Ditib-Zentralmoschee in Köln. Ihre Eröffnung geriet jedoch zu einer Demonstration der Integrationsverweigerung des islamischen Dachverbands. Foto: Rolf Vennenbernd/dpaEin architektonisch beeindruckender Bau ist die neue Ditib-Zentralmoschee in Köln. Ihre Eröffnung geriet jedoch zu einer Demonstration der Integrationsverweigerung des islamischen Dachverbands. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Osnabrück. Der Staatsbesuch aus der Türkei ist abgereist, zurück bleibt Ärger. Vor allem über das Gebaren des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der Islam-Organisation Ditib bei der Eröffnung der neuen Zentralmoschee in Köln am Samstag: Von Integrationswillen war dort nichts zu spüren. Das rückt Ditib, schon häufig als verlängerter Arm Ankaras geschmäht, wieder ins Zentrum der Kritik. Zu Recht, meint unsere Kommentatorin.

Auf wohlfeile Worthülsen und beschwichtigende Propaganda versteht er sich gut, der größte islamische Dachverband in Deutschland. So hat die Ditib die Eröffnung ihrer neuen Zentralmoschee in Köln angekündigt als „schönes und lebendiges Vorbild für Frieden, Partnerschaft und gemeinsames Zusammenleben“. Geworden ist daraus eine reine Jubelveranstaltung für Erdogan, fast komplett auf Türkisch und ohne deutsche Übersetzung. Es wäre aber auch eh niemand dagewesen, der sich für die Übersetzung interessiert hätte: Die deutschen Politiker durften entgegen anderer Absprachen nicht reden und sind folgerichtig gar nicht erst erschienen.

Wer bisher noch nicht so genau wusste, was denn nun von der Ditib zu halten ist, der fand am Wochenende die Antwort unter dem Brennglas: Die Ditib organisiert eine türkische Parallelgesellschaft in Deutschland, alles bezahlt und kontrolliert von der türkischen Regierung in Ankara. Ein verlängerter Arm Erdogans, der Türken in Deutschland ausforscht, Kinder in türkischen Uniformen Kriegsszenen in Moscheen nachspielen lässt und das genaue Gegenteil von Integration befördert – die Einweihung der Moschee hat das erneut deutlich gezeigt.

Erfolgreich erreichtes Ziel Erdogans war es, die Türken daheim und die Türken in Deutschland zu erreichen, an echtem Dialog mit der deutschen Politik hat er kein Interesse. Und weil die Ditib ihren Herrscher als eine Art Fünfte Kolonne bei dieser Mission unterstützt, ist eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz angezeigt. Schlimm genug, dass die Ditib bis vor kurzem noch mit Steuergeldern gefördert worden ist.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN