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28.09.2018, 18:29 Uhr NEUE ZAHLEN AUS HANNOVER

Einkommensunterschiede: Keine Illusionen

Von Manuel Glasfort


Die Einkommen unterscheiden sich je nach Region teils deutlich - nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Niedersachsen. Foto: dpaDie Einkommen unterscheiden sich je nach Region teils deutlich - nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Niedersachsen. Foto: dpa

Osnabrück. Das Grundgesetz erklärt „gleichwertige Lebensverhältnisse“ zum Politikziel. Doch damit ist es nicht weit her, wie die jüngsten Daten zum Einkommen der Niedersachsen zeigen. Man muss nicht einmal einen Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland aufmachen – selbst innerhalb eines Bundeslandes wie Niedersachsen ist das Einkommensgefälle zwischen den Regionen unübersehbar.

Anders als etwa Bayern oder Hessen hat Niedersachsen nicht einmal eine alles überstrahlende Metropolregion. Doch auch hierzulande gibt es wirtschaftliche Kraftzentren wie Wolfsburg mit relativ hohen Einkommen. Am anderen Ende des Spektrums finden sich darbende Regionen und Städte wie Wilhelmshaven, mit hoher Arbeitslosigkeit selbst in Boomzeiten.

Die Bundesregierung hat kürzlich das getan, was sie auch bei anderen grundsätzlichen Problemen wie der Rentenfrage gerne macht – sie hat eine Kommission eingesetzt. Bis 2020 sollen die Fachleute Vorschläge erarbeiten, wie sich die Lebensverhältnisse im Land angleichen lassen.

Der Wille ist da, strukturschwachen Regionen unter die Arme zu greifen. Gut so. Doch vormachen darf man sich nichts: Gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land sind eine Illusion.


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