21.045 Euro pro Kopf Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen in Niedersachsen steigt

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In Niedersachsen hatten die Menschen zuletzt im Durchschnitt mehr Geld zur Verfügung, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Foto: dpaIn Niedersachsen hatten die Menschen zuletzt im Durchschnitt mehr Geld zur Verfügung, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Foto: dpa

Osnabrück/Hannover. Mehr Geld für Konsum und zum Sparen: Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Niedersachsen hat zugelegt, wie neue Zahlen vom Statistischen Landesamt zeigen. Der Landkreis Osnabrück liegt über dem Landesdurchschnitt, aber weit hinter den Spitzenreitern Wolfsburg und Landkreis Harburg.

Der Dauerboom und die niedrige Arbeitslosigkeit haben auch zwischen Ems und Elbe die verfügbaren Einkommen steigen lassen. Rechnerisch standen jedem Niedersachsen 2016 im Schnitt 21045 Euro für Einkäufe, Miete oder zum Sparen zur Verfügung, gut ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte das Landesamt für Statistik am Freitag in Hannover mit, aktuellere Zahlen waren nicht verfügbar.

In die Statistik fließen nicht nur Gehälter, Renten und Sozialleistungen ein, sondern auch Kapitalerträge sowie Pacht- und Mieteinnahmen. „Der weit überwiegende Anteil geht zurück auf Arbeitnehmergehälter, das, was die Menschen durch ihrer Hände Arbeit verdienen“, sagte Andreas Jacobs, Ökonom beim Landesamt für Statistik. Von diesen Einkommen ziehen die Statistiker Steuern und Sozialabgaben ab und teilen sie dann durch die Zahl aller Einwohner, vom Säugling bis zum Greis. Das durchschnittliche Einkommen von Vollzeitbeschäftigten dürfte daher deutlich höher liegen. Die Statistik sagt nichts darüber aus, wie die Einkommen unter den Bürgern verteilt sind.

Harburg und Wolfsburg an der Spitze

Jacobs machte auf die hohe Bandbreite zwischen den einzelnen Regionen aufmerksam. Das höchste verfügbare Pro-Kopf-Einkommen hatte der Landkreis Harburg, der zum Speckgürtel Hamburgs gehört, mit 24798 Euro, gefolgt von der VW-Stadt Wolfsburg. Am unteren Ende lag die Stadt Wilhelmshaven mit 18047 Euro. Die verschieden hohen Lebenshaltungskosten gleichen die Unterschiede nicht vollständig aus, meint Statistiker Jacobs. „Wir haben in Niedersachsen – mit Ausnahme Hannovers – ein relativ einheitliches Mietniveau.“

Der Landkreis Osnabrück rangierte 2016 mit einem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen von 21923 Euro über dem Niedersachsenschnitt, während die Stadt Osnabrück (20445 Euro) und der Landkreis Emsland (20469 Euro) leicht darunterlagen. Allerdings haben die Emsländer ihre verfügbaren Einkommen deutlich steigern können: zwischen 2012 und 2016 um gut 9 Prozent. Da die Inflation im selben Zeitraum bei 5,3 Prozent lag, haben die Menschen auch real mehr Geld zur Verfügung. Ganz im Gegensatz zur Stadt Osnabrück, wo die Einkommen zwischen 2012 und 2016 stagnierten, nach Abzug der Inflation also sanken.

Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab

Unterdessen ist die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen weiter auf dem Rückzug. Mit der Herbstbelebung fiel die Erwerbslosenzahl auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren. Landesweit waren 218523 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet – 7,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, gab die Bundesagentur für Arbeit am Freitag bekannt. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Vom Rückgang profitierten alle Alters- und Personengruppen. Zum Vergleich: Im September 1991 umfasste die Arbeitslosenzahl im Land 231485 Personen. Bundesweit sank die Quote um 0,2 auf 5 Prozent.

„Die gute Konjunktur sorgt für einen anhaltend hohen Personalbedarf bei Unternehmen, wir haben 81000 freie Stellen im Bestand“, erklärte Bärbel Höltzen-Schoh, Landeschefin der Agentur. Sie wirbt bei den Betrieben darum, ihre Beschäftigten weiterzuqualifizieren, und betonte: „In vielen Betrieben schlummert ungenutztes Potenzial; Mitarbeiter ohne Berufsausbildung oder mit veralteten Kenntnissen zu Fachkräften auszubilden, ist eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber wie Beschäftigte.“

85000 Menschen unterbeschäftigt

Die Arbeitslosenzahl zeigt allerdings kein vollständiges Bild: Rechnet man zu den Arbeitslosen die Frauen und Männer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie etwa Weiterbildungen sowie kurzzeitig Arbeitsunfähige hinzu, läge die Zahl in Niedersachsen um 85000 Personen höher. Zur Gruppe der sogenannten Unterbeschäftigten zählen auch viele Asylbewerber und Flüchtlinge, die etwa Sprachkurse besuchen oder ihre beruflichen Fähigkeiten ausbauen. (Mit dpa)


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