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28.09.2018, 16:26 Uhr KOMMENTAR ZUR ALTENPFLEGE

Bezahlung in der Pflege: Angebot und Nachfrage

Kommentar von Katharina Ritzer

Der Job in der Altenpflege ist ein harter. Weder Bezahlung noch Wertschätzung spiegeln das jedoch wider. Foto: Daniel Reinhardt/dpaDer Job in der Altenpflege ist ein harter. Weder Bezahlung noch Wertschätzung spiegeln das jedoch wider. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Osnabrück. Einen "ruinösen Wettbewerb in der Altenpflege mit oft beschämend niedrigen Löhnen" prangert die Gewerkschaft Verdi an - und fordert deshalb einen Tarifvertrag. Dieser müsse sich auf die gesamte Altenpflege erstrecken. Eine angemessene Bezahlung dieser Berufsgruppe wäre ein erster wichtiger Schritt, meint unsere Kommentatorin.

Die gute Nachricht: Die Deutschen werden immer älter. Die schlechte Nachricht: In der Pflege und also auch in der Altenpflege sind aktuell 36.000 Stellen in Deutschland nicht besetzt. Und weil am Markt Angebot und Nachfrage den Preis regeln, kann das nur heißen, dass das Geld den Weg weisen wird und dass die Pflegekräfte in Zukunft besser bezahlt werden (müssen).

Insofern liegt Verdi mit der Forderung nach einem Tarifvertrag für die gesamte Branche richtig. Ob die Untergrenze hier bei 3000 Euro monatlich liegen kann, sei den Verhandlungen der Tarifparteien anheimgestellt – die aktuellen erheblichen Differenzen zwischen den unterschiedlichen Arbeitgebern zeigen jedenfalls, dass es hier Spielräume gibt.

Geld ist also ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige.Wertschätzung ist genauso wichtig: Pflegerinnen und Pfleger sind die stillen Helden des Alltags, denen ein so ebenso gutes Image wie etwa den Feuerwehrleuten oder den Ärzten zu wünschen ist. Und ach ja: Ohne Migranten wird es in Zukunft auch in der Pflege in Deutschland nicht gehen. Das sollte bei allen anderen politischen Kontexten nicht vergessen werden.


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