Mehr als 1,1 Millionen Anträge Rente mit 63 wird immer beliebter

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Immer beliebter: die Rente mit 63. Allerdings steigt langsam die Grenze, ab der langjährige Versicherte ohne Abschläge in den Ruhestand gehen können. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaImmer beliebter: die Rente mit 63. Allerdings steigt langsam die Grenze, ab der langjährige Versicherte ohne Abschläge in den Ruhestand gehen können. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Osnabrück. 45 Jahre im Job sind genug: Die abschlagfreie Rente mit 63 erfreut sich auch nach dem Überspringen der Millionengrenze wachsender Beliebtheit.

Seit Beginn der Neuregelung im Mai 2014 sind bis Ende August 2018 in der Rentenversicherung 1.104.474 Neuanträge zur Altersrente für besonders langjährig Versicherte registriert worden, so eine Sprecherin der Deutschen Rentenversicherung auf Anfrage unserer Redaktion. Binnen vier Monaten gab es damit knapp 100.000 neue Anträge: Bis Ende April hatte deren Zahl bei 1.005.777 gelegen.

Seit Mitte 2014 können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Allerdings wird diese Altersgrenze seitdem pro Jahr um zwei Monate angehoben, so dass die Jahrgänge ab 1964 erst mit 65 Lebens- nach 45 Berufsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand können. Phasen von Arbeitslosigkeit werden angerechnet, ebenso Zeiten der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Nicht berücksichtigt werden etwa Anrechnungszeiten wegen Schul- oder Hochschulbesuchs.

Während Gewerkschaften die Möglichkeit des vorzeitigen Rentenbezugs mit 63 begrüßen, kommt von den Arbeitgebern scharfe Kritik. So wirft der Arbeitgeberverband BDA der Regierung „staatlich subventionierte Frühverrentungspolitik“ vor. Die Rente mit 63 entziehe den Betrieben dringend benötigte Fachkräfte, sagt BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter.


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