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27.09.2018, 17:45 Uhr KOMMENTAR

Cyberkriminalität: Selbst aktiv werden

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Vorsicht, Langfinger: Auf Daten aller Art, zum Beispiel auf Passwörter, haben es Kriminelle im Netz abgesehen. Die Folge: Schäden in Millionenhöhe. Foto: Oliver Berg/dpaVorsicht, Langfinger: Auf Daten aller Art, zum Beispiel auf Passwörter, haben es Kriminelle im Netz abgesehen. Die Folge: Schäden in Millionenhöhe. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Mehr als 70 Millionen Euro Schaden, mehr als 86.000 Fälle von Cyberkriminalität allein im vergangenen Jahr: Die Cybercrime-Statistik des Bundeskriminalamts lässt Übles ahnen. Doch es gibt Wege, den Kriminellen im Netz etwas entgegenzusetzen. Das Problem: Dafür muss man selbst aktiv werden.

Nennt man eine Entwicklung dynamisch, ist das meist ein Grund zur Freude. Nicht so bei der Cyberkriminalität. Diese entwickelt sich enorm dynamisch, was aber vor allem die Zunahme der Fälle und die wachsende Professionalität der Täter meint. Es scheint als seien Hacker, Datendiebe und Computerbetrüger stets einen Schritt voraus. Was leider oft auch stimmt.

Ein Grund dafür ist, dass die meisten Menschen ihre virtuelle Bedrohungslage als undramatisch einschätzen – zumindest so lange, bis sie Opfer werden. Ist das Konto leer geräumt, die virtuelle Identität gekapert oder der Computer mit Erpressersoftware lahmgelegt, ändert sich das. Aus Schaden wird man klug, heißt es ja. Doch wäre es nicht klüger, den Schaden möglichst zu vermeiden?

Die digitale Welt ist keine Zukunftsvision, sondern Realität. Höchste Zeit also, nicht nur das neueste Handy oder den smarten Fernseher bedienen zu können, sondern auch die Tücken der Technik zu kennen. Für die Jüngsten heißt das: Ein Schulfach „digitale Kompetenz“ muss her. Erwachsene indes müssen wohl oder übel selbst aktiv werden und sich in Sachen IT-Sicherheit fortbilden. Ihnen obliegt es im Übrigen auch, Cyberangriffe nicht aus Scham oder Angst vor Imageverlust zu verschweigen, sondern der Polizei zu melden. Nur so können Täter ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden.

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