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Liveblog zum Nachlesen Erdogan in Deutschland: "Es war ein erfolgreicher Besuch"

Von dpa

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Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht sich in Köln für Frieden aus. Foto: dpa/Henning KaiserRecep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, spricht sich in Köln für Frieden aus. Foto: dpa/Henning Kaiser

Berlin. Lange Zeit war er auf Krawall gebürstet, jetzt setzt er auf Versöhnung mit Deutschland: Der erste Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat klar das Ziel, die zerrütteten Beziehungen zu normalisieren. Wir begleiten den Besuch im Liveblog.


ERDOGAN IN DEUTSCHLAND

27. September 2018 09:14
Herzlich willkommen im Liveblog rund um den ersten Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland. Der Besuch ist hoch umstritten: Erdogan wird mit allen protokollarischen Ehren empfangen. Der Besuch soll zur Normalisierung der lange Zeit schwer angeschlagenen Beziehungen beider Länder beitragen.
 
Das offizielle Programm findet am Freitag statt. Am Donnerstag stand ein Treffen mit Vertretern türkischer Organisationen auf dem Programm.
Jakob Koch
27. September 2018 10:58
Vor der Ankunft formiert sich der Protest - hier, die Organisation "Reporter ohne Grenzen":
 
Jakob Koch
27. September 2018 11:02
Ich halte es weder für politisch noch moralisch vertretbar, dass deutsche Steuergelder (...) für den türkischen Staatspräsidenten herhalten sollten.
Sevim Dagdelen, stellv. Vorsitzende der Partei Die Linke, macht im "ZDF Morgenmagazin" Druck auf die Bundesregierung.
Jakob Koch
27. September 2018 11:17

Amnesty fordert von Bundesregierung Druck auf Erdogan 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Bundesregierung vor dem Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, Druck für die Freilassung Inhaftierter zu machen. "Wenn die türkische Regierung einen Neuanfang der internationalen Beziehungen will, so muss sie als Erstes ihre internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen erfüllen", erklärte Markus Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, am Donnerstag. "Die Instrumentalisierung der Justiz muss beendet, willkürlich Verhaftete frei gelassen und die Europäische Menschenrechtskonvention eingehalten werden."
Jakob Koch
27. September 2018 11:23
Derweil im Berliner ÖPNV:
Jakob Koch
27. September 2018 11:35
Es ist nicht die erste Deutschland-Visite Erdogans: Als Ministerpräsident kam er mehr als ein Dutzend Mal, als Staatsoberhaupt gab es zwei Besuche. 2014 füllte er z.B. die Lanxess-Anrena in Köln:
Foto: Henning Kaiser/dpa
 
Jakob Koch
27. September 2018 12:11
Auch Pro-Erdogan-Anhänger bereiten sich auf das zeitnahe Eintreffen vor:
Jakob Koch
27. September 2018 12:31

Scharfe Kritik an Erdogan im Bundestag  

Zum Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland hat es im Bundestag fraktionsübergreifend scharfe Kritik am Kurs Erdogans gegeben. So rief FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff Erdogan in einer Debatte über die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei am Donnerstag zur Freilassung sämtlicher politischer Gefangenen auf: "Lassen Sie diese Menschen frei, lassen Sie freie Debatte in der Türkei wieder zu!" Wie auch andere Redner warf er Erdogan die Einrichtung einer "Spionage-App" vor. Hintergrund ist eine Smartphone-App der türkischen Polizei, mit der nach Medienberichten auch Kritiker der türkischen Regierung aus der ganzen Welt angezeigt werden können.

Jakob Koch
27. September 2018 12:47
Scharfschützen positionieren sich auf dem Dach des Adlon, am Boden verschärfte Kontrollen. In dem Hotel soll der türkische Präsident Erdogan übernachten. 
 
Foto: Paul Zinken/dpa
 
 
Foto: Paul Zinken/dpa
 
Jakob Koch
27. September 2018 13:03

Erdogan zu Staatsbesuch in Tegel gelandet 

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist zu seinem Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen. Die Maschine der türkischen Delegation landete am Donnerstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Erdogan kommt im Bemühen um ein Ende der politischen Spannungen. Er wird aber auch die Entscheidung über die Vergabe der Fußball-Europameisterschaft 2024, um die Deutschland und die Türkei konkurrieren, von Berlin aus verfolgen.
Jakob Koch
27. September 2018 13:45

Verbände: Türkei soll Anwälte und Juristen freilassen

Derweil geht die Kritik an der Türkei weiter: Deutsche Berufsverbände haben zum Auftakt des Staatsbesuchs von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen die Inhaftierung von Journalisten und Juristen in der Türkei protestiert. "Die Rückkehr zu rechtsstaatlichen Prinzipien, eine unabhängige Justiz und eine freie Presse sind unabdingbare Voraussetzungen, um mit der Türkei wieder in einen konstruktiven Dialog treten zu können", hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Anwaltvereins (DAV), des Deutsche Journalisten-Verbandes (DJV) und des Deutschen Richterbundes (DRB).

Jakob Koch
27. September 2018 13:49
 "Segen dieser Bundesregierung für die Politik von Präsident Erdogan": Harsche Worte von Alexander Graf Lambsdorff (FDP) im Bundestag:
Jakob Koch
27. September 2018 14:23
Christopher Chirvi
27. September 2018 14:38

Jan Böhmermann verwirrt mit Staatsbankett-Tweets

Ist Jan Böhmermann beim Staatsbankett dabei, das am Freitag zu Ehren von Recep Tayyip Erdogan veranstaltet wird? Am Donnerstagvormittag verbreitete der Satiriker per Twitter das Foto einer Einladung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und schrieb dazu "Nur noch ein Mal schlafen": 

 
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet das Staatsbankett am Freitagabend im Schloss Bellevue aus. 
Am frühen Donnerstagnachmittag dann der nächste Tweet von Böhmermann. Zum Hashtag "#staatsbankett" postete er ein Foto seiner Abendgarderobe und formulierte dazu drei Fragen, unter anderem: "Wann darf man als normaler Gast bei solchen offiziellen Anlässen eine Rede halten und wie lang darf die maximal sein?"
Wie t-online inzwischen berichtet, wird Böhmermann allerdings nicht beim Staatsbankett dabei sein. Die Einladung gilt einer Diskussionsveranstaltung am 4. Oktober, dem "Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie".
 
Christopher Chirvi
27. September 2018 15:33

Erdogan hat EM-Vergabe an Berliner Fernseher verfolgt 

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Entscheidung des UEFA-Exekutivkomitees über den Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Nyon am Fernseher in Berlin verfolgt. "Klar", antwortete ein Begleiter per Whatsapp auf die Frage, ob der Präsident zuschaue. Erdogan war am Mittag in Berlin angekommen.

Der Deutsche Fußball-Bund hatte am Donnerstag in Nyon den Zuschlag durch das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union erhalten. Deutschland setzte sich gegen die Türkei durch. 

Christopher Chirvi
27. September 2018 17:12

Steinmeier: Weit entfernt von Normalisierung 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt vor überzogenen Erwartungen an den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland. "Dieser Besuch ist kein Ausdruck von Normalisierung. Davon sind wir weit entfernt. Aber er könnte ein Anfang sein", sagte Steinmeier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Der Bundespräsident empfängt Erdogan an diesem Freitag mit militärischen Ehren und lädt am Abend zu einem Staatsbankett.
Steinmeier forderte sichtbare Schritte für mehr Rechtsstaatlichkeit in der Türkei. "Wir erwarten nach dem Trauma des Putschversuchs von 2016 die Rückkehr der Türkei zu rechtsstaatlichen Verhältnissen. Wir können und werden den Druck auf Medien, Justiz und Gewerkschaften nicht akzeptieren", sagte er. Nur bei einer Verbesserung dieser Bedingungen könne sich die Türkei Hoffnung auf wieder engere Beziehungen zur EU machen.
Der Bundespräsident kündigte an, er werde in seinen Gesprächen mit Erdogan auch die Fälle der in der Türkei inhaftierten deutschen Journalisten zum Thema machen. Zugleich äußerte er Verständnis für Kritik an dem Staatsbesuch. "Friedliche Demonstrationen sind Ausdruck der Versammlungsfreiheit in Deutschland. Aber niemand hat etwas davon, wenn wir mit einem Land wie der Türkei trotz unseres angespannten Verhältnisses nicht mehr sprechen."
Christopher Chirvi
27. September 2018 20:58

Merkel will wieder mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Türkei

Kurz vor ihrem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat Kanzlerin Angela Merkel deutsche Finanzhilfen für die Türkei ausgeschlossen. Es müssten jetzt "kluge Verbindungen" gefunden werden, damit die Türkei ein stabiles Land bleibe, sagte die CDU-Chefin bei einer Interviewveranstaltung der "Augsburger Allgemeinen" in Augsburg. Dabei denke sich nicht an ökonomische Hilfen, aber eine wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Merkel betonte, dass sie mit Erdogan am Freitag in Berlin aber auch Kritisches zu besprechen habe. "Die Lage der Menschenrechte ist nicht so, wie ich mir das vorstelle", betonte sie. Jedoch müsse allen klar sein, dass die Türkei da kein Einzelfall sei.

Maximilian Matthies
28. September 2018 07:16

Merkel will bei Erdogan Menschenrechte einfordern

Der türkische Präsident Erdogan wird am Freitag in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel empfangen.
Merkel kündigte an, mit Erdogan auch Kritisches zu besprechen. "Die Lage der Menschenrechte ist nicht so, wie ich mir das vorstelle", sagte sie am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der „Augsburger Allgemeinen". Jedoch müsse allen klar sein, dass die Türkei da kein Einzelfall sei. Deutsche Finanzhilfen für das wirtschaftlich angeschlagene Land schloss Merkel aus. Es müssten "kluge Verbindungen" gefunden werden, damit die Türkei stabil bleibe, sagte sie. Dabei denke sie nicht an ökonomische Hilfen, aber an eine wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Christian Ströhl, Redaktion
28. September 2018 07:18

Außenminister Maas mahnt vorab

Vor dem offiziellen Auftakt des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Erdogan hat Bundesaußenminister Heiko Maas die Türkei aufgefordert, mit Fortschritten bei Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zur Normalisierung der Beziehungen beizutragen. "Wenn man in der Türkei eine europäische Perspektive haben will, dann muss man sich auch mit Fragen der Rechtsstaatlichkeit, der Pressefreiheit und der Meinungsfreiheit auseinandersetzen", sagte Maas am Rande der UN-Generalversammlung in New York.
Christian Ströhl, Redaktion
28. September 2018 08:55

Berliner Polizei verliert Streifenwagen

Update 9.16 Uhr: Der Streifenwagen ist am Donnerstagabend laut "Bild"-Informationen wieder aufgetaucht – es handelte sich nicht um einen Diebstahl.
Zur Originalmeldung: Vor dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist der Berliner Polizei ein Streifenwagen abhanden gekommen. Wie der "Tagesspiegel" berichtete, wurden alle Polizeidienststellen am Donnerstag per Mail über das vermisste Fahrzeug informiert, der Betreff laute: "In Verlust geratener Funkstreifenwagen."
Der Wagen stand dem Bericht zufolge in der Zentralwerkstatt für alle Streifenwagen der Berliner Polizei im Stadtteil Kreuzberg. Von dort sei er am vergangenen Samstag spurlos verschwunden – mitsamt Fahrzeugpapieren.
In den Polizeirevieren habe das Verschwinden des Streifenwagens größte Sorge ausgelöst, berichtete der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Beamte. Es sei nicht auszudenken, was Kriminelle oder gar Terroristen mit einem gestohlenen Funkwagen alles anstellen könnten.
Christian Ströhl, Redaktion
28. September 2018 09:05

Das politische Berlin steht heute ganz im Zeichen des umstrittenen Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Wir halten Sie an dieser Stelle mit allem Wissenswerten auf dem Laufenden.


Foto: Kay Nietfeld, dpa
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:07

Das offizielle Programm beginnt zwar erst heute, doch Erdogan ist bereits gestern in Berlin gelandet - und es herrscht die höchste Sicherheitsstufe im Regierungsviertel  der Hauptstadt. Schwer bewaffnete Polizisten patrouillieren zwischen Bundeskanzleramt, Reichstagsgebäude und dem Hotel Adlon am Brandenburger Tor.


Foto: Arne Immanuel Bänsch, dpa
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:11

Und das steht heute an: Zum Auftakt empfängt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den türkischen Staatschef mit militärischen Ehren. Später gibt es ein Mittagessen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und abends ein Staatsbankett im Schloss Bellevue. Mit Spannung wird gegen Mittag gemeinsame Pressekonferenz von Merkel und Erdogan im Kanzleramt erwartet.

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:15

In Berlin sind gleich mehrere Demonstrationen angekündigt, die sich vor allem gegen die Inhaftierung von Journalisten und Regimegegnern in der Türkei wenden. So soll es unter anderem eine Demo des "ErdoganNotWelcome"-Bündnisses geben - mit bis zu 10.000 Teilnehmern rechnen die Veranstalter.

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:21

Berlin und Ankara haben gleich mehrere Ziele nach Jahren von Zank. Der Staatsbesuch Erdogans soll helfen, die Luft zu bereinigen, soll zu einem leiseren und diplomatischeren Umgang miteinander führen. Die "Megafon-Diplomatie" müsse enden, so der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, im Gespräch mit mit der regierungsnahen Zeitung "Daily Sabah". Wieder "miteinander und nicht übereinander" sprechen - das könnte gelingen. Beide Seiten wollen die Normalisierung der Beziehungen, auch wenn Bundespräsident Steinmeier höchstselbst sagt: Dorthin ist der Weg noch weit. 

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:31

Wird Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen mit Erdogan auch Kritisches ansprechen? Das jedenfalls kündigte die CDU-Chefin gestern Abend auf einer Diskussionsveranstaltung der "Augsburger Allgemeinen" an: 

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:44

Erdogan wird in diesen Minuten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren begrüßt. Vorher gab es einen Eintrag ins Gästebuch von Schloss Bellevue. Steinmeier und Erdogan haben sich zurückgezogen und kommen nun hinter verschlossenen Türen zu einem ersten Gespräch zusammen.


Frank-Walter Steinmeier (l.) empfängt Recep Tayyip Erdogan im Schloss Bellevue mit militärischen Ehren. Foto: Bernd Von Jutrczenka, dpa

Frank-Walter Steinmeier (r.) und seine Frau Elke Büdenbender (l.) mit Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine vor dem Schloss Bellevue. Foto: Ralf Hirschberger, dpa
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 09:58

Bundesaußenminister Heiko Maas wird Erdogan bei seiner Visite in Deutschland nicht treffen - er mahnt jedoch einen respektvollen Umgang miteinander an. "In Deutschland leben mehr als drei Millionen türkischstämmige Menschen. Schon deswegen sollten beide Länder ein Interesse daran haben, respektvoll miteinander umzugehen", so der SPD-Politiker im Gespräch mit "Rheinischen Post". Zudem fordert er die Türkei auf, mit Fortschritten bei Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zur Normalisierung der deutsch-türkischen Beziehungen beizutragen.

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 10:08

Nicht nur in Deutschland wird der Staatsbesuch von Erdogan mit großem Interesse verfolgt. In der heutigen Ausgabe der italienische Zeitung "Corriere della Sera" heißt es:

Er ist aus diplomatischer Sicht in großen Schwierigkeiten, hat mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen: Erdogan sucht in Berlin eine Lösung seiner Probleme, indem er versucht, die Beziehungen mit Berlin wiederzubeleben. (...) Aber trotz der protokollarischen Ehren ist es sehr unwahrscheinlich, dass der türkische Anführer die politische Öffnung und die finanzielle Unterstützung bekommt, die er so dringend braucht. Denn es waren zwei stürmische Jahre für die deutsch-türkischen Beziehungen.

Aus der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera"
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 10:23

Vor dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland soll Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Medienbericht eine "Terrorliste" mit 69 Namen übergeben worden sein. Aufgelistet seien Menschen, die in der Türkei wegen Terrorvorwurfs gesucht werden und in Deutschland Zuflucht gefunden haben wie der Journalist Can Dündar, berichtete die regierungsnahe Zeitung "Yeni Asir". 

Die Türkei fordere "dringend" die Auslieferung der 69 Personen. Die Liste enthalte auch genaue Adressdaten der Betroffenen und Fotos, die die Gesuchten beim Betreten und Verlassen ihrer Häuser zeigten. Von deutscher Seite lag zunächst keine Bestätigung vor. Auf der Liste, die "Yeni Asir" nach eigenen Angaben vorlag, stünden demnach auch ein bekannter Akademiker und mutmaßliche Putschisten, wie Adil Öksüz. 

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 10:45

Stichwort Can Dündar: Der im Exil lebende türkische Journalist  will den türkischen Präsidenten Erdogan auf der für heute Mittag anberaumten Pressekonferenz mit Fragen zu inhaftierten Kollegen in der Türkei konfrontieren. Nun berichtet die stellvertretende Vorsitzende der Linken im Bundestag, Sevim Dagdelen, dass Dündar in der Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten kein Fragerecht haben soll. Dies soll angeblich Regierungssprecher Steffen Seibert, veranlasst haben.



via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:00

Zwei sächsische Polizisten sind von ihrem Dienst in Berlin zurückgeholt worden. Der Grund: mindestens einer der beiden soll sich laut Medienberichten für seinen Einsatz in der Hauptstadt den Decknamen Uwe Böhnhardt gegeben haben. Böhnhardt war Mitglied de rechten Terrorgruppe  "Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)", die neun Migranten und eine Polizistin ermordete. In einer ersten Stellungnahme bezeichnet die sächsische Polizei das Verhalten "als völlig inakzeptabel, unmoralisch und unethisch".

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:05

Höchste Sicherheitsvorkehrungen für den türkischen Präsidenten: Ein Polizeitaucher in der Spree im Regierungsviertel im Einsatz.


Foto: Paul Zinken, dpa
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:13

Vor dem Hauptbahnhof formiert sich einer der zahlreichen angekündigten Proteste. Daran beteiligen sich neben Amnesty International auch Journalistenorganisationen wie Reporter ohne Grenzen und Verdi.

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:31

Wie bereits berichtet, soll Kanzlerin Merkel von Erdogan nach einem türkischen Medienbericht eine "Terrorliste" mit 69 Namen übergeben worden sein - Menschen, die in der Türkei wegen Terrorvorwurfs gesucht werden und in Deutschland Zuflucht gefunden haben.  Darunter auch der Journalist Can Dündar. Nun berichten auch der NDR, WDR und die "Süddeutscher Zeitung" von der Forderung nach einer Auslieferung des mittlerweile in Berlin lebenden ehemaligen Chefredakteurs der regierungskritischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar.

So bitte die türkische Botschaft "um Festnahme und Auslieferung von Dündar wegen Spionage, Verrat von Staatsgeheimnissen und Propaganda", heißt es. Das Außenministerium wollte den Vorgang laut "Süddeutsche Zeitung" nicht kommentieren. Aus Regierungskreisen hingegen hieß es laut dem Blatt, ein solches Manöver sei unverständlich, wenn Erdogan tatsächlich auf eine Normalisierung der Beziehungen aus sei. Das Ganze sei "pure Eskalation".

Süddeutsche.de
via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:39

Blick in die Türkei: Inmitten einer schweren Währungskrise in ist der Preis für die landesweit äußerst beliebten Sesamkringel erstmals auf 1,75 Lira (etwa 24 Cent) gestiegen. Zuvor hatten die "Simit" 1,50 Lira gekostet. Simit-Verkäufer weisen an ihren Ständen auf eine neue Preisverordnung des Dachverbandes für Kleinhändler und Handwerker hin, der die Preise festsetzt - "um Diskussionen mit wütenden Kunden aus dem Weg zu gehen", wie einer von ihnen auf der Istiklal-Einkaufsstraße in Istanbul der Deutschen Presse-Agentur sagte.

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:40

Eine Umfrage des ZDF-Politbarometers zeigt deutlich: eine überwältigende Mehrheit der Deutschen sieht die Demokratie unter ihrem derzeitigen Präsidenten als sehr gefährdet an. Folglich ist die Hilfsbereitschaft für das gebeutelte Land alles andere als hoch. Nur 28 Prozent würden der Türkei der Umfrage zufolge wirtschaftlich helfen wollen.



via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:43

Wegen der Krise in der Türkei gibt es eine deutliche Zunahme von Geldüberweisungen nach Deutschland. Zwischen April und Juni stieg der Kapitalzufluss aus der Türkei nach Deutschland um 4,57 Milliarden Euro, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervorgeht. Für das 3. Quartal liegen noch keine Zahlen vor - hier hat sich der Absturz der türkischen Lira beschleunigt. 

via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:45

In Kürze wird der türkische Präsident von Kanzlerin Merkel im empfangen. Während andernorts schon die ersten Erdogan-Gegner auf den Beinen sind, dürfte der türkische Präsident zumindest auf seiner Fahrt ins Kanzleramt wenig bis gar nichts mitbekommen, wie eine Aufnahme eines ZDF-Journalisten zeigt.



via dpa
dpa-live Desk
28. September 2018 11:50

Update zum Thema Pressekonferenz von Erdogan und Merkel: Zunächst hieß es, der im Exil lebende türkische Journalist Can Dündar habe lediglich eine Einladung als "Statist ohne Fragerecht" erhalten. Wie die ARD-Journalistin Tina Hassel nun erfahren haben will, gebe es laut Regierungssprecher Steffen Seibert keine Ungleichbehandlung von akkreditierten Journalisten. Allerdings ist die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios offenbar skeptisch, ob Dündar wirklich die Gelegenheit bekommt, dem türkischen Präsidenten kritische Fragen zu stellen.



via dpa
dpa-live Desk
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