Christian Hartmann Sachsen: Neuer CDU-Fraktionschef schließt Koalition mit AfD nicht aus

Von Lorena Dreusicke und Maximilian Matthies

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Christian Hartmann ist am Dienstag zum neuen Fraktionschef der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag gewählt worden. Foto: dpa/Oliver KilligChristian Hartmann ist am Dienstag zum neuen Fraktionschef der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag gewählt worden. Foto: dpa/Oliver Killig

Dresden. Bisher haben Regierungsfraktionen die Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei AfD meist ausgeschlossen. In Sachsen ist das nun anders.

Nach Angaben des Senders MDR schließt der neu gewählte sächsische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Hartmann eine künftige Koalition mit der AfD nicht aus. Das habe der Politiker am Morgen im Interview mit "MDR Sachsen" bekräftigt. 

Hartmann, Experte für Sicherheitsfragen, bezeichnete die AfD darin jedoch nicht nur als potenziellen Koalitionspartner, sondern gleichzeitig als politischen Hauptgegner der Christdemokraten. Sein Appell an die CDU sei, sich darauf zu konzentrieren mit eigenen Themen und gemeinsam mit dem bisherigen Koalitionspartner SPD die Wähler zu überzeugen, sodass "es keiner Alternative bedarf".

Bereits am Vortag hatte Hartmann unmittelbar nach seiner Wahl zum neuen Fraktionschef eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl offen gelassen. Er betonte am Mittwoch lediglich erneut: "Die AfD ist unser politischer Hauptwettbewerber." Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) lehnt Koalitionen mit der AfD kategorisch ab.

Hartmann war am Dienstag zum Nachfolger von Frank Kupfer als Fraktionschef gewählt worden. Der 44-Jährige hatte sich dabei gegen Geert Mackenroth durchgesetzt. Der Ausländerbeauftragte war von Kretschmer und dem aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Kupfer als Kandidat vorgeschlagen worden.

Der neue Fraktionsvorsitzende begründete seine Haltung zu einer möglichen Koalition mit der AfD mit dem "Respekt vor den Wählerinnen und Wählern". Ihm komme es darauf an, dass die CDU mit den Antworten und Lösung auf Fragen rund um Strukturveränderungen in der Lausitz durch den Braunkohleausstieg, Rente und in Pflege überzeuge. "Und dann wird sich diese Frage auch nicht stellen", sagte Hartmann.

Laut einer aktuellen Wahlumfrage von Infratest Dimap kommt die AfD in Sachsen zurzeit auf 25 Prozent der Wählerstimmen, sie wäre damit zweitstärkste Kraft im Dresdner Landtag. Die CDU hätte demnach mit den Rechtspopulisten eine absolute Mehrheit, die Christdemokraten erzielen 30 Prozent. Auf Platz 3 liegt die Linke mit 18 Prozent, dahinter die SPD mit elf Prozent. Es folgen die Grünen (sechs Prozent) und die FDP mit fünf Prozent. 

Mit dpa


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