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16.09.2018, 17:23 Uhr PARTEITAG IN MÜNCHEN

Endlich: Die CSU macht Mut, statt Angst zu verbreiten

Kommentar von Uwe Westdörp

Markus Söder und Horst Seehofer auf dem CDU-Parteitag in München. Foto: Sven SimonMarkus Söder und Horst Seehofer auf dem CDU-Parteitag in München. Foto: Sven Simon

Osnabrück . 35 Prozent erreicht die CSU zuletzt in Umfragen. Und die Zeit wird knapp, denn schon in vier Wochen wird im Freistaat gewählt. Im Schlussspurt soll nun das Schlimmste abgewendet werden. Doch die absolute Mehrheit wird die CSU wohl nicht verteidigen können - und ist selber schuld daran. Ein Kommentar.

Welch Schmierentheater. Jeder weiß, dass Horst Seehofer und Markus Söder sich nicht ausstehen können. Und doch lobt der CSU-Chef den Ministerpräsidenten als „das Beste, was wir in Bayern haben“. Glaubwürdig ist das nicht, sondern allein der bevorstehenden Landtagswahl geschuldet, vor der man Einigkeit demonstrieren will.

Die Wähler durchschauen solch windige Inszenierungen natürlich. Und so ist es kein Wunder, dass die CSU die absolute Mehrheit, mit der sie so lange regiert hat, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am 14. Oktober verlieren wird. Sie erhält jetzt die Quittung für endlose parteiinterne Querelen und den letztlich verlorenen Machtkampf mit der CDU in der Flüchtlingsfrage.

Über all dem Streit ist in der öffentlichen Wahrnehmung verloren gegangen, wie erfolgreich die CSU den Freistaat jahrelang regiert hat. Statt stolz auf das Erreichte nach vorne zu schauen und Zuversicht und Tatkraft zu vermitteln, stimmte die CSU viel zu lange in die Angstkampagnen der AfD ein – frei nach dem Motto: Wir schaffen das nicht. Ein fataler Fehler.

Markus Söder hat jetzt versucht, mit einer kämpferischen Parteitagsrede das Ruder herumzureißen, indem er an alte CSU-Stärken erinnerte. Das ist gut so, kommt allerdings reichlich spät – zu spät jedenfalls, um die absolute Mehrheit zu verteidigen.


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