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1000 Polizisten im Einsatz Köthen: Route rechter Demonstranten mit Friedenssymbolen bemalt

Von dpa

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Eine große brennende Kerze wurde auf das Pflaster des Marktplatzes gemalt, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube.Foto: Sebastian Köhler/dpa-Zentralbild/dpaEine große brennende Kerze wurde auf das Pflaster des Marktplatzes gemalt, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube.Foto: Sebastian Köhler/dpa-Zentralbild/dpa

Köthen. Eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen gibt es in der Stadt am Sonntag weitere Demonstrationen.

Die Kundgebung rechtsgerichteter Gruppierungen in der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt hat begonnen. Hunderte Menschen zog es am Sonntagnachmittag auf den Marktplatz, nach bisherigen Schätzungen waren es zu Beginn etwa 700 mit steigender Tendenz. Viele Deutschlandfahnen wehten, auf Plakaten standen Aufschriften wie: "Wir sind Chemnitz! Wir wollen keine Messermänner", auf einem Transparent war "Danke Herr Maaßen für die Wahrheit" zu lesen. "Merkel-muss-weg"-Rufe ertönten. 

Unter anderem hatte das fremdenfeindliche Dresdner-Pegida-Bündnis und der rechtsgerichtete Verein "Zukunft Heimat" aus Brandenburg zu der Demo aufgerufen, der auch in Cottbus aktiv ist. Auch AfD-Vertreter waren in Köthen, darunter Ex-Fraktionschef André Poggenburg. Am Rande sprach er von einer "Gewaltserie", die es in Deutschland gebe, und machte die Politik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür mitverantwortlich.

Etwa zeitgleich setzte sich am Bahnhof in Köthen eine Gegendemo gegen rechte Hetze in Bewegung, zuvor hatte es dort zunächst eine Kundgebung gegeben. Geschätzt waren dort 600 Demonstranten, der Veranstalter sprach von 700 bis 800. 

Lage bislang ruhig

Mit einem großen Aufgebot will die Polizei erneute Demonstrationen in der Kleinstadt Köthen in Sachsen-Anhalt absichern. Mehr als 1000 Kräfte seien am Sonntag zeitversetzt an Schwerpunkten im Einsatz, teilte die Polizei vor den Demos am Nachmittag mit. Die Lage sei bislang ruhig in der gut 26.000 Einwohner zählenden Stadt, Auffälligkeiten gebe es derzeit nicht. Auch Wasserwerfer und eine Reiterstaffel würden bereitgehalten. Vor den Demos feierten in der Jakobskirche Hunderte Menschen einen Friedensgottesdienst. Einige Einwohner haben ihren Marktplatz dazu mit Fiedenssymbolen bunt angemalt. Die Hochschule Anhalt in der Kleinstadt riet derweil auf ihrer Internetseite zur Vorsicht wegen "potenziell gefährlicher Demonstrationen". 

Teilnehmer der Kundgebung "Der extremen Rechten entgegentreten" und Polizisten versammeln sich am Bahnhof. Foto: dpa

Zwei Demos in Köthen

Mehrere rechtsgerichtete Gruppierungen haben eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen nach einem Streit für den späten Nachmittag zu einer Demonstration aufgerufen, darunter das fremdenfeindliche Dresdner Pegida-Bündnis. Vor einer Demonstration rechtsgerichteter Gruppierungen hat in Köthen eine Kundgebung gegen rechte Hetze und Gewalt stattgefunden. Zunächst versammelten sich am Sonntagnachmittag geschätzt etwa 100 Menschen am Bahnhof, nach und nach gab es weiteren Zulauf. Die Kundgebung stand unter dem Motto "Der extremen Rechten entgegentreten". Im Bahnhofsbereich positionierte die Polizei neben Einsatzkräften auch Wasserwerfer. Gegen 17 Uhr sollte auf die Kundgebung, zu der unter anderem das Bündnis Dessau Nazifrei aufgerufen hatte, ein Demonstrationszug durch die Stadt folgen.

22-Jähriger stirbt an Herzversagen

Hintergrund der Demos ist der Tod eines 22-Jährigen vor einer Woche. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke Deutsche an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Seit dem Tod des jungen Mannes gab es mehrere Demos in der Stadt.

An dem Einsatz beteiligt waren den Angaben zufolge auch Polizisten aus Niedersachsen, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Baden-Württemberg sowie aus anderen Regionen Sachsen-Anhalts. Auch die Bereitschaftspolizei des Landes und die Bundespolizei waren eingeplant. 






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