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14.09.2018, 18:57 Uhr KOMMENTAR

Afrika entwickeln: Wunsch und Realität

Kommentar von Stefanie Witte

Stellte die neue Freihandelspolitik der EU vor: Federica Mogherini. Foto: AFPStellte die neue Freihandelspolitik der EU vor: Federica Mogherini. Foto: AFP

Osnabrück. Einmal mehr will die EU durch wirtschaftliche Förderung und Zusammenarbeit in die Zukunft Afrikas investieren. Einmal mehr geht es darum Afrika so zu verändern, dass dort niemand mehr die Notwendigkeit sieht, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Funktionieren wird das nicht.

In Staaten, in denen Terror, Bürgerkrieg und Überbevölkerung herrschen, wird auch ein europäisches Freihandelsabkommen wenig bewirken. Gleichzeitig sagt China Investitionen in ähnlicher Höhe wie die europäischen Staaten zu – explizit ohne politische Bedingungen. Wer wie die Chinesen lediglich Bodenschätze, aber keinen politischen Wandel will, wird zwar nicht enttäuscht. Experten erwarten jedoch, dass sich afrikanische Staaten eher in asiatische Abhängigkeit begeben, als dass die Investitionen viel Positives bewirken.

Zuerst gilt es, flächendeckend funktionierende staatliche Strukturen zu schaffen. Denn ohne Sicherheit und Stabilität werden weder europäische Firmen dauerhaft investieren noch die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert. Solche Entwicklungen aber müssen von der jeweiligen Bevölkerung eines Landes selbst ausgehen. Erst im zweiten Schritt kann es um weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit gehen.


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