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13.09.2018, 17:44 Uhr NULLZINSPOLITIK

Die Party mit dem billigen Geld geht nicht ewig

Kommentar von Marion Trimborn

Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt bei ihrer Nullzinspolitik - ein fatales Signal. Foto: Arne Dedert/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) bleibt bei ihrer Nullzinspolitik - ein fatales Signal. Foto: Arne Dedert/dpa

Osnabrück.

Was hilft gegen Schulden? Noch mehr Schulden. Nach diesem irrationalen Motto bekämpft die Europäische Zentralbank nun schon seit Jahren die Euro-Schuldenkrise. Mit dem Ergebnis, dass Griechenland trotz gigantischer Rettungspakete nicht auf die Beine kommt und nun sogar Italien in die Krise steuert. In Deutschland sorgt die Regierung trotz der schwarzen Null im Bundeshaushalt nicht genug für schlechte Zeiten vor.

Die Krux ist, dass die Euro-Länder die Zeit nicht nutzen, die ihnen die EZB mit ihrer riskanten Nullzinspolitik verschafft. Dass die EZB trotz alledem das süße Leben der billigen Zinsen bis mindestens Herbst 2019 verspricht, ist fatal.

Schon jetzt geht es voll auf Kosten der Bürger, dass Zentralbanker und Politiker das große Schuldenrad drehen. Das billige Geld treibt in Deutschland die Immobilienpreise in die Höhe und manchen Mieter und Hauskäufer zur Verzweiflung. Sollte diese Blase platzen, wird das die Konjunktur mit sich reißen. Gleichzeitig sind Sparer die Dummen, weil ihr Geld keine Zinsen mehr abwirft.

Das alles widerspricht dem gesunden Menschenverstand - und erinnert an die Finanzkrise vor zehn Jahren. Damals zockten Banker und Spekulanten, heute sind es Notenbanker im Verbund mit Politikern. Das kann nicht ewig gut gehen.


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