Ifo-Bildungsbarometer 2018 Jugendliche plädieren für getrennten Sportunterricht

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Die Zukunft der Bildung? Schon jetzt werden Tabletrechner und andere technische Geräte an Schulen eingesetzt, um Kindern und Jugendlichen Unterrichtsstoff zu vermitteln. Foto: dpa/Rolf VennenberndDie Zukunft der Bildung? Schon jetzt werden Tabletrechner und andere technische Geräte an Schulen eingesetzt, um Kindern und Jugendlichen Unterrichtsstoff zu vermitteln. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Berlin. Was denken Jugendliche über Tafel und Kreide, wie stehen sie zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen und was wünschen sie sich für den Unterricht der Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der neue Bildungsbericht des „Instituts für Wirtschaftsforschung“ (ifo).

Seit 2014 befragt das Münchener Institut erwachsene Wahlberechtigte zu ihrer Meinung zu gesellschafts- und bildungspolitischen Themen. In diesem Jahr wurden erstmals auch 1000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zu Themen wie Digitalisierung und Gleichberechtigung befragt – mit überraschenden Ergebnissen. Vor allem das Thema Gleichstellung im Unterricht spielt bei Erwachsenen und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Die unter dem Hashtag #MeToo losgetretene Debatte um sexuellen Missbrauch und Gleichbehandlung von Männern und Frauen ist längst in den Schulen angekommen. Dreiviertel der Erwachsenen und Jugendlichen gaben an, dass Gleichstellung, Gewalt und Missbrauch wichtige Themen sind, die auch im Schulalltag behandelt werden sollten.

Breite Zustimmung gab es für die öffentlich geführten Debatten über sexuelle Belästigung, die mehrheitlich als richtig empfunden wurden. 45 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer sehen dieses Thema als ernsthaftes Problem; lediglich 22 Prozent der Frauen gaben an, dass sexuelle Belästigung für sie kein oder nur ein kleines Problem darstelle. Bei den Männern waren es 37 Prozent.

Gemeinsamer Unterricht – Ja oder Nein?

Unterschiede gab es bei der Frage, ob Mädchen und Jungen gemeinsam oder getrennt voneinander unterrichtet werden sollten. Während sich die große Mehrheit der Deutschen wünscht, dass der Unterricht, unabhängig vom Schulfach, gemeinschaftlich erfolgt, gehen die Meinungen beim Sportunterricht auseinander. Vor allem die Jugendlichen plädieren mehrheitlich für eine Trennung der Geschlechter.

Dem Ausbau von getrennten Schulen lehnt hingegen eine deutliche Mehrheit von Frauen und Männer ab. Sowohl bei den Grund- wie auch bei den weiterführenden Schulen sind um die 70 Prozent der Befragten gegen die Einrichtung weiterer Jungen- oder Mädchenschulen.

Forderung nach einheitlichen Prüfungen

Mehrheitlich sprachen sich sowohl Jugendliche als auch Erwachsene für die Einführung von einheitlichen Abschlussprüfungen, für einheitliche Vergleichstests in verschiedenen Jahrgangsstufen, gegen die Abschaffung von Schulnoten und für Klassenwiederholungen bei schlechten Leistungen aus.

Bei einem Thema sind sich Jugendliche und Erwachsene allerdings uneinig: Während 60 Prozent der Erwachsenen die bundesweite Einführung eines Ganztagsschulsystems befürwortet, stimmen nur 29 Prozent der Jugendlichen dieser Idee zu.

Digitalisierung an Schulen

Auch beim Thema Digitalisierung geht die Meinung der Deutschen auseinander. Während die 14- bis 17-Jährigen den Ausbau der technischen Grundausstattung an Schulen präferieren, würden Erwachsene lieber die Anzahl der Schüler pro Klasse reduzieren. 45 Prozent der Jugendlichen gaben an, mindestens die Hälfte der Unterrichtszeit aufwenden zu wollen, um den Unterrichtsstoff selbstständig am Rechner zu erarbeiten. Außerdem wünschen sie sich, im Gegensatz zu den Erwachsenen, dass Schulen häufiger über digitale Kommunikationswege mit Ihnen Kontakt aufnehmen würden. Einigkeit herrscht hingegen bei der Vermittlung von Digital- und Medienkompetenzen, die sowohl und Grund- als auch weiterführenden Schulen vorgenommen werden soll.


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