Gute Noten für Kitas und Schulen Neue Studie: Deutschland holt in der Bildung auf

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Die Bundesministerin für Bildung und Forschung , Anja Karliczek, sieht Deutschlands Kitas und Schulen auf gutem Weg. Foto: imago/Metodi PopowDie Bundesministerin für Bildung und Forschung , Anja Karliczek, sieht Deutschlands Kitas und Schulen auf gutem Weg. Foto: imago/Metodi Popow

Berlin. Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter (Linke), hat sich dafür ausgesprochen, Demokratiebildung in den Schulen noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

Es sei wichtig, dass Lehrer staatsbürgerliche Haltung zeigten, und zwar durchgehend in allen Unterrichtsfächern, sagte Holter bei der Präsentation einer Bildungsstudie der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). „Wenn ein Schüler das Wort Jude als Schimpfwort benutzt, muss darauf auch im Physikunterricht reagiert werden“, forderte Holter. Es sei wichtig, dass Lehrer staatsbürgerliche Haltung zeigten. Auch auf den Schulhöfen sei eine zunehmende Radikalisierung zu spüren, betonte Holter auf die Frage nach dem Umgang der Bildungspolitiker mit Ereignissen wie den rechtsextremen Ausschreitungen in Chemnitz.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) verwies auf das auch von ihrem Ministerium unterstützte Förderprogramm „Demokratisch Handeln“. Demokratie wirklich zu leben, das müsse in kleinen Einheiten vor Ort praktiziert werden. So müsse stärker daran gearbeitet werden, auch mal eine andere Meinung stehen lassen zu können, erklärte Karliczek.

Die Ministerin wies darauf hin, dass Deutschland im Bereich Bildung deutlich aufgeholt habe. „Berufliche Bildung und akademische Bildung sind bei uns gleichwertige und zukunftsfähige Karrierealternativen.“ Wer eine Berufsausbildung macht, findet in Deutschland inzwischen fast genauso oft einen Job wie ein Akademiker, geht aus dem neuen Bildungsbericht der OECD hervor, der den Vergleich unter 36 Mitgliedstaaten zieht und Deutschland gute Noten gibt. Junge Menschen mit beruflicher Ausbildung kommen hierzulande auf eine fast genauso hohe Beschäftigungsquote (83 Prozent) wie ihre Altersgenossen mit einem Hochschulstudium (87 Prozent).

Ungleiches Risiko

Auch besuchen laut dem Bericht weit mehr Kinder als früher eine Kita. Der Anteil der unter Dreijährigen, die in frühkindliche Bildungseinrichtungen gehen, stieg von 17 Prozent 2005 auf 37 Prozent 2016. Dabei gilt: Je höher der Bildungsstand der Mütter, desto häufiger wird die U-3-Betreuung genutzt. Dazu passt, dass auch die Zahl der Kinder, die im Alter von drei bis fünf Jahren eine Kindertagesstätte besuchen, gestiegen ist: von 88 Prozent im Jahr 2005 auf 95 Prozent im Jahr 2016. Gleichzeitig hat sich das Betreuungsverhältnis in der Vorschulbildung deutlich verbessert. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland ist im OECD-Vergleich auffallend niedrig. Jeder zehnte 15- bis 29-Jährige ist hierzulande betroffen. Allerdings ist das Risiko ungleich verteilt: Unter den im Ausland geborenen Jugendlichen liegt die Arbeitslosigkeit bei 25 Prozent. Diese vergleichsweise hohe Zahl sei auf die Zuwanderung von jungen Geflüchteten zurückzuführen, mutmaßen die Experten.

Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen verlassen die Schule mit einem Sekundarbereich-II-Abschluss – also einem höheren Schul- oder einem Berufsabschluss. Aber: 13 Prozent der 15- bis 34-Jährigen haben diesen Abschluss nicht. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt massive Probleme. So ist das Risiko einer Arbeitslosigkeit bei ihnen fünfmal höher als bei denjenigen mit Abschluss. Holter, Thüringens Bildungsminister, nannte als wichtigste Aufgaben, die Inklusion und Integration zu verbessern sowie Maßnahmen gegen den Lehrermangel zu ergreifen. „Wir brauchen dringend zuverlässige Bedarfsprognosen“, sagte der Minister. Ein akuter Lehrermangel wie derzeit dürfe sich nicht wiederholen. Die Länder müssten mehr in Bildung investieren, gute Gehälter zahlen und den Lehrerberuf attraktiver machen. Die Pädagogen wie auch das Kita-Personal hätten ein „Dankeschön“ und mehr Wertschätzung verdient.


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