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12.09.2018, 01:03 Uhr KOMMENTAR ZU WHO-BERICHT

Alkohol als Gesundheitsrisiko: Männer leben riskant

Kommentar von Katharina Ritzer

Ein zu hoher Alkoholkonsum ist der Gesundheit nicht förderlich - das ist eines der wenig überraschenden Ergebnisse der neuen WHO-Gesundheitsstudie für den europäischen raum. Symbolbild: dpaEin zu hoher Alkoholkonsum ist der Gesundheit nicht förderlich - das ist eines der wenig überraschenden Ergebnisse der neuen WHO-Gesundheitsstudie für den europäischen raum. Symbolbild: dpa

Osnabrück. Rauchen, viel Alkohol trinken, zu viel essen - die schlechten Auswirkungen dieser Laster sind bekannt, dennoch können viele Europäer nicht davon lassen, zeigt der neue Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region. Dabei könnte der Weg zu einem gesünderen Leben einfach sein, meint unsere Kommentatorin.

Von wegen früher war alles besser: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen ist von 1960 bis heute um rund zehn Jahre auf 81 Jahre gestiegen. Einige Gründe dafür liegen auf der Hand: bessere Ernährung, besseres Wissen über gesundheitliche Zusammenhänge und ein besserer Zugang zum Gesundheitssystem mit besseren Medikamenten.

Damals wie heute werden allerdings Frauen älter als Männer. Über die Ursachen für diese unterschiedliche Lebenserwartung der Geschlechter lässt sich trefflich spekulieren – eine medizinische Begründung gibt es nicht, wie eine Langzeitstudie an Nonnen und Mönchen mit fast identischen Lebensbedingungen ergeben hat: Sie wurden im Schnitt fast gleich alt. Also muss der Unterschied in unterschiedlichen Lebensweisen liegen.

Schwere körperliche Arbeit, die eher Männer verrichten, dürfte im Laufe der Jahre als Grund immer mehr an Bedeutung verloren haben. Und so kommt eine andere Erkenntnis des WHO-Berichts ins Spiel: Die Deutschen trinken zu viel Alkohol, die Männer erwiesenermaßen noch mehr als die Frauen. Männer leben riskanter, und das nicht nur in Sachen Alkohol- und Tabakkonsum, sondern oft auch im Straßenverkehr, bei der Wahl ihrer Hobbies und beim beruflichen Stress. Aber das gehört eben zur persönlichen Freiheit. Genau wie die Freiheit übrigens, alles in Maßen zu genießen.


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