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11.09.2018, 12:04 Uhr KOMMENTAR

Moskauer Machtdemonstration

Kommentar von Thomas Ludwig

Junge Russen in Uniform: Bei seinem „Wostok“-Großmanöver im Osten Russlands setztMoskau rund 300 000 Soldaten ein. Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpaJunge Russen in Uniform: Bei seinem „Wostok“-Großmanöver im Osten Russlands setztMoskau rund 300 000 Soldaten ein. Foto: Rebecca Blackwell/AP/dpa

Osnabrück. Mit dem größten Manöver seit bald vier Jahrzehnten macht Moskau klar: Die Welt hat mit Russland als wieder erstarkter Militärmacht zu rechnen. Der Westen sollte aber keine Aggressionspolitik hinein interpretieren.

Mit dem größten Manöver seit bald vier Jahrzehnten macht Moskau klar: Die Welt hat mit Russland als wieder erstarkter Militärmacht zu rechnen. Dabei kommt die Machtdemonstration zu einem denkwürdigen Zeitpunkt.

Nach der Annexion der Krim durch Moskau ist das Verhältnis der USA und Europas zu Russlands angespannt, Misstrauen prägt das Miteinander. Fast phobisch beschuldigt der Kreml die Nato, Russlands nationale Sicherheit zu gefährden, in dem sie immer näher an dessen Grenzen heranrückt. Das ist aber ebenso unangebracht wie die Sorge des Westens übertrieben ist, Moskau könnte ein Auge auf die baltischen Staaten mit ihren russischsprachigen Minderheiten werfen und sich so mit der Nato anlegen wollen.

Alle beteiligten Seiten tun gut daran, in militärische Übungen keine aggressiven Absichten hineinzuinterpretieren. Zumal das transatlantische Verteidigungsbündnis mit seinem wohl größten Manöver seit dem Kalten Krieg bald nachlegen wird. Im Herbst trainieren in Norwegen mehr als 40 000 Soldaten aus etwa 30 Nato- und Partnerstaaten.

Ziel von Manövern ist es, zu zeigen, was man hat. Potenzielle Gegner zu beeindrucken. Sich in Selbstvergewisserung zu üben. Und das ist vor allem auch eine Botschaft an die eigene Bevölkerung: Seht her, eure Sicherheit ist garantiert.


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