Streit um doppelte Staatsbürgerschaft Wien will Südtiroler zu Österreichern machen – Italien protestiert

Von dpa

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Grenzübergang am Brennerpass zwischen Tirol und der autonomen Provinz Bozen in Südtirol. Foto: Frank Mächler/dpaGrenzübergang am Brennerpass zwischen Tirol und der autonomen Provinz Bozen in Südtirol. Foto: Frank Mächler/dpa

Rom . Südtirol gehört seit dem Ende des Ersten Weltkriegs nicht mehr zu Österreich. Die Regierung von Sebastian Kurz will das ändern.

Die italienische Regierung hat gegen österreichische Pläne protestiert, Bürgern Südtirols die Staatsbürgerschaft des nördlichen Nachbarlandes anzubieten. 

Man habe erfahren, dass eine Regierungskommission in Wien bereits an einem Gesetzestext arbeite, wonach alle deutsch- und ladinischsprachigen Bewohner der Provinz die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten könnten, teilte das italienische Außenministerium am Freitagabend mit. "Die Initiative ist unangebracht wegen ihrer potenziell Unruhe stiftenden Wirkung", schrieb das Ministerium.

Die neue österreichische Regierung aus ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ hatte schon in ihrem Regierungsprogramm Ende 2017 die Pläne einer doppelten Staatsbürgerschaft der Südtiroler aufgenommen. 

Italienische Regierung findet Initiative "sonderbar"

Österreich hatte Südtirol nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg 1918 an Italien abtreten müssen. Noch heute haben 70 Prozent der Südtiroler Deutsch als Muttersprache. Ladinisch ist eine weitere in der Provinz gesprochene Sprache. In Italien genießt die Provinz Südtirol einen Autonomiestatus. 

Es sei schon ungewöhnlich, dass Österreich, das gegenwärtig die EU-Ratspräsidentschaft innehabe, Projekte verfolge, die Zwietracht zwischen den Länder säen könnten, schrieb das Ministerium in Rom. "Die Initiative ist im übrigen auch wirklich sonderbar, wenn man bedenkt, dass mit dem Ziel, die Bürger der EU-Mitgliedsstaaten zu vereinen, schon die entsprechende europäische Staatsbürgerschaft existiert, wie es die Aufschrift auf allen Pässen zeigt", so das Ministerium.


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