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Rechte Ausschreitungen nach Messerangriff Am 27. August: Attacke auf jüdisches Restaurant in Chemnitz

Von dpa

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Das jüdische Restaurant "Schalom" in Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/ArchivDas jüdische Restaurant "Schalom" in Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archiv

Chemnitz. Während rechter Krawalle in Chemnitz gab es auch einen antisemitischen Überfall auf das jüdische Restaurant "Schalom".

Am Rande der teils fremdenfeindlichen Proteste nach dem tödlichen Messerangriff von Chemnitz soll sich nach einem Medienbericht auch eine schwere antisemitische Attacke ereignet haben. 

Am Abend des 27. August sei das koschere Restaurant "Schalom" von etwa einem Dutzend schwarz gekleideter Vermummter angegriffen worden, berichtet die "Welt am Sonntag". Sie hätten "Hau ab aus Deutschland, Du Judensau" gerufen und das Lokal mit Steinen, Flaschen und einem abgesägten Stahlrohr beworfen. Der Eigentümer sei an der Schulter getroffen und verletzt worden, eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen und die Fassade beschädigt worden.

Lars Ariel (l.) zusammen mit seinem Bruder Uwe Dziuballa im Jahr 2012 vor seinem Restaurant "Schalom". Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Archiv

Der Beauftragte gegen Antisemitismus der Bundesregierung, Felix Klein, zeigte sich alarmiert. "Sollten die Berichte zutreffen, haben wir es mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant in Chemnitz mit einer neuen Qualität antisemitischer Straftaten zu tun. Hier werden die schlimmsten Erinnerungen an die dreißiger Jahre wachgerufen", sagte er der Zeitung. 

Wirt schreibt bewegenden Brief an Ministerpräsident Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich mit dem Wirt treffen. Der Regierungschef habe am Freitagabend mit dem Betreiber telefoniert und das Treffen verabredet, sagte der sächsische Regierungssprecher Ralph Schreiber am Samstag in Torgau. Ein Termin stehe aber noch nicht fest.

Zuvor habe der Wirt Uwe Dziuballa einen bewegenden Brief an Kretschmer geschrieben. Dziuballa sagte am Samstag der dpa in Chemnitz, das Telefongespräch mit Kretschmer sei gut, vernünftig und sachlich gewesen. Er betreibt das koschere Restaurant "Schalom" seit dem Jahr 2000 – schon mehrfach sei das Lokal Ziel von Attacken gewesen.

Kretschmer: "Werden uns dem Hass entgegenstellen"

Spezialisten des sächsischen Extremismus-Abwehrzentrums haben in dem Fall inzwischen die Ermittlungen übernommen. Der Wirt des Lokals habe Anzeige erstattet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Es müsse von einem antisemitischen Hintergrund ausgegangen werden. Die Ermittlungen seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Der Ministeriumssprecher sagte, derzeit laufe noch die Auswertung der gesicherten Spuren. Er würden auch Gäste des Lokals befragt, zudem werde das Bildmaterial ausgewertet.

Kretschmer rief am Samstag die Menschen in Sachsen dazu auf, sich nicht von den Ereignissen von Chemnitz einschüchtern zu lassen. "Eine Minderheit in Chemnitz versucht, das Land mit Worten und Hass zu prägen. Dem werden wir uns entgegenstellen", sagte der CDU-Politiker beim Volksfest "Tag der Sachsen" am Samstag in Torgau. 


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