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07.09.2018, 17:41 Uhr KOMMENTAR

Pflege: Es braucht Mut und massive Eingriffe

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Gehetzt, überlastet, unterbezahlt: Was Pflegekräfte aus ihrem Arbeitsalltag berichten und was Statistiken zeigen, weckt den Wunsch, nicht in dieses System der verwalteten Überforderung zu geraten – weder als Arbeitnehmer noch als Patient. Und das ausgerechnet in einem der reichsten Industrieländer und angesichts voller Staatskassen.

Dabei sind sich die politischen Akteure seit der Bundestagswahl einig: Es braucht eine ausreichende Bezahlung, genug Zeit, genug Personal und Alternativen für diejenigen, die schwere körperliche Arbeit nicht mehr leisten können. In der Zwischenzeit haben Regierungsmitglieder mit Pflegekräften gesprochen, Pflegeheime besucht und sich mit der Situation in den Krankenhäusern auseinandergesetzt. Vom Diskurs auf höchster politischer Ebene schlägt sich bislang jedoch wenig bis gar nichts bei den Pflegern im Krankenhaus oder Altenheim nieder. Und damit auch nicht bei den Patienten und alten Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Die Umsetzung der Pläne dauert viel zu lange. Ohne massive und auch mutige Eingriffe ins System wird es nicht gehen.

Immerhin: Gesundheitsminister Jens Spahn hat bereits angekündigt, dass die Pflegeversicherung im nächsten Jahr teurer werden könnte – das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die Bürger dürfte er auf seiner Seite haben.


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