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06.09.2018, 17:05 Uhr KOMMENTAR

Friedensgespräche für den Jemen: Fragile Hoffnung

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Er versucht das bisher Unmögliche: Martin Griffiths, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für den Jemen, hat zu neuen Friedensgesprächen für den Jemen eingeladen. Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpaEr versucht das bisher Unmögliche: Martin Griffiths, Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen für den Jemen, hat zu neuen Friedensgesprächen für den Jemen eingeladen. Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Osnabrück. Nach zwei Jahren Pause gibt es einen Neustart der Friedensgespräche für den Jemen. Ein ambitioniertes Vorhaben, denn die Situation in dem Land, das zermürbt wird von einem blutigen Stellvertreterkrieg, ist verfahren. Doch nicht miteinander sprechen ist auch keine Lösung.

Die UN bezeichnen die Lage im Jemen als „schlimmste humanitäre Krise der Welt“: 22 Millionen Menschen sind in dem vom Bürgerkrieg geschundenen Staat auf Hilfe angewiesen, Millionen hungern, Tausende sterben. Und was macht der Westen? Er sieht zu, und das seit Jahren. Solange dem so ist, werden auch die neuen Gespräche keine Wende bringen.

Wie der Konflikt in Syrien ist auch der im Jemen ein Stellvertreterkrieg, bei dem alte Feindschaften auf dem Rücken anderer ausgetragen werden. Im Falle Jemens steht auf der einen Seite die Militärkoalition, angeführt von Saudi-Arabien, die die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthi-Rebellen unterstützt. Die wiederum wissen den Iran, Erzfeind Saudi-Arabiens, an ihrer Seite. In der Mitte liegt das Schlachtfeld Jemen, dessen Bevölkerung darauf zugrunde geht.

Soll das Land je zum Frieden finden, geht das nur mit einer mehrgleisigen Strategie: Der Weltsicherheitsrat muss den Druck auf alle Strippenzieher erhöhen. Außerdem dürfen die USA, aber auch Deutschland, keine Waffen mehr an Saudi-Arabien liefern. Parallel dazu braucht es die Gespräche in Genf, die die Akteure vor Ort einbinden. Ziel muss sein, endlich einen Waffenstillstand auszuhandeln.

Doch die Hoffnung ist fragil. Bisher ist niemand zu Kompromissen bereit. Derweil geht das Leiden und Sterben im Jemen weiter.


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