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06.09.2018, 16:56 Uhr FAHRVERBOTE FÜR DIESEL

Streit um Auto-Nachrüstung: Politik zum Abgewöhnen

Kommentar von Uwe Westdörp

Ein Auto fährt auf der Theodor-Heuss-Allee in der Nähe des Frankfurter Messegeländes an einem Verkehrsschild mit der Aufschrift „Umwelt Zone“ vorbei. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts in Wiesbaden bekommt Frankfurt 2019 als weitere deutsche Metropole ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Die Umweltzone könnte damit künftig für viele Autos tabu sein.  Foto: Arne Dedert/dpaEin Auto fährt auf der Theodor-Heuss-Allee in der Nähe des Frankfurter Messegeländes an einem Verkehrsschild mit der Aufschrift „Umwelt Zone“ vorbei. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts in Wiesbaden bekommt Frankfurt 2019 als weitere deutsche Metropole ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Die Umweltzone könnte damit künftig für viele Autos tabu sein. Foto: Arne Dedert/dpa

Osnabrück . Nach dem jüngsten Richterspruch zu Fahrverboten für Diesel-Autos werden die Forderungen nach Umbauten an den Motoren lauter. Schön wär‘s ja, wenn endlich die richtigen Konsequenzen gezogen würden. Ein Kommentar.

Die Umweltministerin ist dafür, der Verkehrsminister dagegen, die Kanzlerin einmal mehr unentschieden: Angesichts von immer mehr Dieselfahrverboten streitet die Koalition darüber, ob Hardware-Nachrüstungen kommen sollten oder nicht. Und wie das so ist, wenn sich zwei streiten, dann freut sich ein Dritter.

In diesem Fall sind es die Automobilproduzenten, die Millionen von Autofahrern Murks verkauft haben und sich bisher mit einer billigen Software-Lösung aus der Affäre ziehen können, obwohl der Einsatz moderner Technik deutlich niedrigere Abgaswerte verspricht.

Wer nach dem Diesel-Desaster eine Wende zum Besseren erwartet hat, sieht sich enttäuscht. Während die Automobilindustrie Rekordgewinne einfährt, schauen die geprellten Autokäufer weiter in die Röhre. Nicht genug damit, dass ihre Fahrzeuge stark an Wert verloren haben – jetzt wird auch noch ihre Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt.

Wer wundert sich da über Politikverdrossenheit? Die Ignoranz gegenüber den Interessen von Hunderttausenden von Verbrauchern ist ein Musterbeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.

Dass noch ein Ruck durch die Bundesregierung geht, erscheint wenig wahrscheinlich. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.


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