Verständnis für Demonstranten Für Seehofer ist Migration die "Mutter aller Probleme"

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Auch Innenminister Horst Seehofer hat sich nun zu den Vorkommnissen in Chemnitz geäußert. Foto: imago/Reiner ZensenAuch Innenminister Horst Seehofer hat sich nun zu den Vorkommnissen in Chemnitz geäußert. Foto: imago/Reiner Zensen 

Berlin. Lange hat Innenminister Seehofer zu den Vorkommnissen in Chemnitz geschwiegen. Nun zeigt er Verständnis für die Demonstranten in Sachsen.

Wie die "Welt" in der Nacht zum Donnerstag unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichtete, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im brandenburgischen Neuhardenberg, er habe Verständnis, wenn sich Leute empörten. Das mache sie aber noch lange nicht zu Nazis. Er habe Verständnis für die Demonstranten. Für ihn sei die Migration die "Mutter aller Probleme".

Mit Blick auf die Vorfälle in Chemnitz sagte Seehofer einem Bericht der "Bild"-Zeitung vom Mittwochabend zufolge intern: "An erster Stelle steht ein brutales Verbrechen". Da würden Debatten geführt, in denen das ursprüngliche Verbrechen gar keine Rolle mehr spiele, sagte er demnach.

Noch keine "authentischen Informationen"

Nach der Tötung eines 35-Jährigen in Chemnitz hatte es dort in den vergangenen Tagen mehrfach Kundgebungen und Aufmärsche rechter Gruppen gegeben. Es kam dabei auch zu Angriffen auf Ausländer und Journalisten. Zwei mutmaßlich aus Syrien und dem Irak stammende Männer sitzen wegen des Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird seit Dienstag gefahndet.

Auch sein langes Schweigen erklärte der Innenminister: Den Medienberichten in "Bild" und "Welt" zufolge sei er "immer dafür, dass man sich als Politiker zu solchen Dingen erst einlässt, wenn man authentische Informationen hat".  Deshalb habe er selbst sich nach dem Tötungsdelikt und den anschließenden Protesten erst einmal bei der Landesregierung und der Polizei nach den Einzelheiten erkundigt. Seehofer war von einigen Bundespolitikern vergangene Woche für sein langes Schweigen zu den Vorfällen in Chemnitz kritisiert worden. 


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