SPD-Landesvorsitz Ralf Stegner tritt nicht wieder an

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Noch der Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein: SPD-Mann Ralf Stegner. Foto: Michael Kappeler/dpaNoch der Landesvorsitzende von Schleswig-Holstein: SPD-Mann Ralf Stegner. Foto: Michael Kappeler/dpa

Kiel. Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner tritt auf dem Landesparteitag nicht mehr zur Wahl des Landesvorsitzenden an.

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner tritt 2019 nicht mehr zur Neuwahl des Landesvorstands seiner Partei an. Das gab der 58-Jährige am Montag in Kiel bekannt. Zugleich kündigte Stegner an, er werde die bislang einzige Kandidatin für seine Nachfolge an der Parteispitze, die stellvertretende Landtags-Fraktionschefin Serpil Midyatli, unterstützen. Den Posten des Fraktionsvorsitzen im Landtag will Stegner behalten. Er sehe sich selbst keineswegs im politischen Ruhestand. "Aufgeben und Rückzug ist nicht", sagte er.

Persönliches Statement

Stegner veröffentlichte auf der SPD-Homepage ein persönliches Statement. "Ich habe es immer als eine große Ehre empfunden, in den Fußstapfen von so bedeutenden Vorsitzenden wie Jochen Steffen oder meinem Lehrmeister, Chef und Freund Günther Jansen stehen zu dürfen", schreibt der SPD-Mann. Laut Stegner steht sein Entschluss schon seit "ein paar Monaten fest". Stegner ergänzt: "Nun ist die Zeit gekommen, dass andere zeigen, was sie können. Eine, die ganz viel kann, hat nun ihren Hut in den Ring geworfen [...]: Mit Serpil Midyatli bewirbt sich meine langjährige Wegbegleiterin und Kollegin im Landesvorstand und Stellvertreterin in der Landtagsfraktion, die eine starke jüngere Genossin ist und die wie eine Löwin mit Herz und Verstand für die Inhalte und das klare eigenständige Profil unserer Nord-SPD zu kämpfen versteht."

Drei Niederlagen in Folge

Stegner war zuletzt in die Kritik geraten, weil die SPD bei der Kommunalwahl im Frühjahr bereits die dritte Niederlage nach der Landtagswahl im Mai 2017 und der Bundestagswahl im Herbst vergangenen Jahres in Folge einstecken musste. Die Sozialdemokraten rutschten im Mai landesweit um 6,5 Punkte auf 23,3 Prozent ab und landeten weit hinter der CDU (35,1).

Stegner ist seit März 2007 Landeschef der Nord-SPD. Außerdem ist er stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei und seit 2008 Fraktionschef im Landtag in Kiel. Zuvor war Stegner von 2003 bis 2005 Finanzminister und anschließend bis 2008 Innenminister des nördlichsten Bundeslandes.

Ursprünglich wollte sich Stegner erst Ende Oktober über seine politische Zukunft im Landesverband äußern. Nach der Kandidatur Midyatlis Ende August hatte die Debatte in der SPD um die Parteispitze aber Fahrt aufgenommen. Stegner hält Midyatli für eine starke Kandidatin, die gute Arbeit in Fraktion und im Landesvorstand geleistet habe. In seinem morgendlichen Musiktipp hatte Stegner bereits einen Hinweis getwittert. Er empfahl von der britischen Band The Clash den Song "Should I Stay or Should I Go" - sollte ich bleiben oder soll ich gehen?


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN