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Katholische Kirche dagegen Widerspruchslösung: Jens Spahn will Organspende zur Pflicht machen

Von dpa

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In Deutschland fehlen Organspender. Die Widerspruchslösung könnte das ändern. Foto: Axel Heimken/dpaIn Deutschland fehlen Organspender. Die Widerspruchslösung könnte das ändern. Foto: Axel Heimken/dpa

Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn will das Organspende-System umstellen. Demnach würde jeder Spender, außer man widerspricht.

Um zu mehr Organspenden in Deutschland zu kommen, hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für eine Widerspruchslösung ausgesprochen. "Nur so kann die Organspende zum Normalfall werden", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung.

Widerspruchslösung bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt – außer man selbst oder Angehörige widersprechen. Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt. Eine solche Neuregelung stelle zwar einen Eingriff des Staates in die Freiheit des Einzelnen dar, sagte Spahn. Doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die Zahl der Organspender zu steigern, leider ohne Erfolg geblieben. 

"Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung." Einen Gesetzentwurf werde er dazu nicht in den Bundestag einbringen, kündigte Spahn an und sprach sich zunächst für eine Diskussion zu dem Thema im Bundestag aus.

Katholische Kirche hat ethische Bedenken

Die katholische Kirche lehnt die Widerspruchslösung für die Organspende ab. Wie die Deutsche Bischofskonferenz am Montag in Bonn mitteilte, gibt es aus Sicht der katholischen Kirche erhebliche ethische Bedenken bei der Widerspruchslösung. Prinzipiell befürworte die Kirche Maßnahmen, die die Bereitschaft zur Organspende erhöhen sollen. Allerdings solle eine Grundsatzdebatte über die Systemfrage einschließlich der Widerspruchslösung nicht an erster Stelle stehen, hieß es weiter. Außerdem zeige die Erkenntnis aus anderen Ländern, dass allein die Umstellung auf die Widerspruchslösung nicht zu mehr Organtransplantationen führe.

Insgesamt werte die katholische Kirche die Organspende positiv, erklärte die Bischofskonferenz weiter. Sie sehe in der Organspende „einen Akt von hohem moralischen Wert und eine besondere Form des Zeugnisses der Nächstenliebe über den Tod hinaus". Die bestehende Regelung der Entscheidungslösung gewährleiste eine freie und informierte Entscheidung und respektiere das Selbstbestimmungsrecht. Diese Regelung könne auf Verbesserungen hin überprüft werden.  

Zahl der Organspenden auf Tiefpunkt

Zur Steigerung der Spendezahlen hatte Spahn bereits angekündigt, dass Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern mehr Zeit für diese Aufgabe bekommen und die Vergütung der Einrichtungen für den ganzen Prozess einer Organspende verbessert werden sollen.

Die Zahl der Organspender hatte nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 gab es eine Zunahme. Ende August hatte Spahn gesagt, dass 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spendeorgan warten. 


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