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30.08.2018, 18:06 Uhr MERKEL IN GHANA

Afrika benötigt endlich mehr Geburtenkontrolle

Kommentar von Thomas Ludwig

Zwei, die gut miteinander können: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo. Foto: Ruth McDowall/AFPZwei, die gut miteinander können: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ghanaische Präsident Nana Akufo-Addo. Foto: Ruth McDowall/AFP

Osnabrück. Wächst die Bevölkerung in Afrika wie prognostiziert, droht dies jedes Wachstum aufzufressen. Neben Wirtschaftshilfen müssen aus Deutschland und der EU deshalb Angebote zur Familienplanung kommen.

Auf der Tour durch Ghana, Senegal und Nigeria beschreibt Bundeskanzlerin Angela Merkel Afrika gern als Kontinent der Chancen. Deutsche Firmen, so die Rechnung, sollen die Länder voranbringen, dann klappt es auch mit der Beseitigung jener Ursachen, die die Menschen auf der Suche nach Wohlstand nach Europa treiben. Eine Win-win-Situation sozusagen.

Auf Wirtschaftsförderung und Bildung zu setzen ist richtig. Wächst die Bevölkerung in Afrika aber wie prognostiziert, droht dies jedes Wachstum aufzufressen. Allein die Zahl der unter 15-Jährigen wird im Afrika südlich der Sahara von heute rund 451 Millionen auf fast 730 Millionen in 2050 wachsen. Das Kalkül, dass gebildete, in relativem Wohlstand lebende Menschen weniger Kinder bekommen, geht indes zu langsam auf.

Die katholische Kirche steht in der Pflicht

Bei aller ökonomischen Unterstützung sollten die EU und Deutschland den Afrikanern daher schon heute mehr Hilfsangebote zur Familienplanung machen. Aufklärung und Verhütung müssen viel stärker Bestandteil von Bildungsarbeit werden als bisher. Da muss endlich auch die katholische Kirche in Afrika aufwachen und umdenken.

Was nach Bevormundung klingt, ist keine. Denn Tatsache ist: Fast jede zweite Schwangerschaft in Afrika ist ungewollt. Deshalb beenden all zu viele junge Frauen die Schule oft nicht. Ein Teufelskreis.


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