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Wagenknecht-Initiative Flensburgs OB Simone Lange tritt linker Sammlungsbewegung „Aufstehen“ bei

Von Henning Baethge und Carlo Jolly

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Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange schließt sich der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an. Foto: dpaDie Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange schließt sich der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an. Foto: dpa

Flensburg. Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange schließt sich der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an. „Ich finde die Bewegung unterstützenswert“, sagte Lange gestern unserer Zeitung.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange schließt sich der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht an. „Ich finde die Bewegung unterstützenswert“, sagte Lange gestern unserer Zeitung. Näheres werde sie am kommenden Dienstag gemeinsam mit Wagenknecht vor der Bundespressekonferenz in Berlin erläutern. Lange ist die erste prominente SPD-Politikerin, die der Sammlungsbewegung von Wagenknecht beitritt. 

Im April hatte sie auf dem SPD-Bundesparteitag in Wiesbaden für den Parteivorsitz kandidiert und gegen Fraktionschefin Andrea Nahles mit 28 Prozent der Stimmen trotz Niederlage einen Achtungserfolg erzielt. An der Pressekonferenz am Dienstag wird auch ein Vertreter der Grünen teilnehmen, der frühere Parteichef Ludger Volmer.  (Weiterlesen: Wagenknecht erfreut über große Resonanz auf Sammlungsbewegung)

Dezidiert linke Positionen vertreten

Schon während des parteiinternen Wahlkampfs gegen Nahles hatte Lange oft dezidiert linke Positionen vertreten. So hatte sie sich für eine Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen ausgesprochen, für ein Ende der Russland-Sanktionen sowie für höhere Renten und Mindestlöhne. Auch hält sie ein bedingungsloses Grundeinkommen für überlegenswert. 

Zudem plädierte die 41-Jährige wiederholt für eine stärkere Beteiligung der Parteibasis. Unter anderem forderte sie, dass die Mitglieder künftig mehr Mitspracherechte bei der Wahl der Parteichefs in Bund und Land erhalten sollten.

Kritik vom SPD-Landeschef

Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef und Bundesvize Ralf Stegner kritisierte Langes Beitritt zu Wagenknechts Sammlungsbewegung. „Sahra Wagenknecht mag viele Interessen haben – das Wohl der SPD gehörte bislang sicherlich nicht dazu“, sagte er unserer Zeitung. Insofern müsse „jedes SPD-Mitglied für sich selbst entscheiden, ob es sich für das Marketing der Initiative zur Verfügung stellt“.

 Auch sieht er Langes Aussichten auf die SPD-Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl in vier Jahren jetzt deutlich getrübt: „Ich nehme an, dass die Sympathien für eine Initiative, die sich in Teilen gegen die SPD richtet, sehr begrenzt sind“, sagte Stegner. Jedenfalls sei die Unterstützung der linken Sammlungsbewegung „nicht Position der SPD Schleswig-Holstein.“


Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag. Foto: Michael Kappeler/dpa


Auch der Flensburger CDU-Chef Arne Rüstemeier, dessen Partei Lange bei der Oberbürgermeisterwahl mitnominiert hatte, übte Kritik an der SPD-Politikerin. Nach deren Kandidatur für den SPD-Vorsitz sei die Unterstützung der Wagenknecht-Bewegung „wieder so ein Ausflug in die Bundespolitik, der keinem Flensburger etwas nützt“, sagte Rüstemeier. Langes Beitritt zu dem Bündnis diene „allein dazu, den Bekanntheitsgrad von Frau Lange, wahrscheinlich mit Blick auf die Landesvorstandswahlen der SPD, zu erhöhen“.


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