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29.08.2018, 18:42 Uhr KOMMENTAR ZUR EU-KONSULTATION

Umfrageergebnis: Juncker bleibt nur eine Option

Kommentar von Louisa Riepe

Einige Uhren umzustellen hat Uhrmachermeister Matthias Beck im Deutschen Uhrenmuseum bei der nächsten Zeitumstellung im Oktober. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpaEinige Uhren umzustellen hat Uhrmachermeister Matthias Beck im Deutschen Uhrenmuseum bei der nächsten Zeitumstellung im Oktober. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Osnabrück. Die ersten Ergebnisse der EU-Umfrage zur Sommerzeit sind durchgesickert. Jetzt kann die Kommission eigentlich nur noch eine Empfehlung aussprechen.

4,6 Millionen Menschen haben sich an der Umfrage zur Zeitumstellung beteiligt, das sind deutlich mehr als bei vergleichbaren Konsultationen der EU. Und ganze 80 Prozent der Teilnehmer haben sich offenbar gegen die Zeitumstellung ausgesprochen. Ein klares Votum, dem sich die Politik anschließen sollte.

Kritiker weisen zwar zurecht darauf hin, dass sich weniger als ein Prozent der mehr als 500 Millionen EU-Bürger an der Umfrage beteiligt hat. Die Stichprobe dürfte nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sein, allein schon, weil offenbar ein Großteil der Teilnehmer aus Deutschland kam. Insofern darf das Ergebnis der Umfrage nicht überbewertet werden.

Klar ist aber auch: Ignorieren kann es die EU-Kommission kaum. Die gesellschaftliche Diskussion, die mit der Umfrage befeuert wurde, wird nicht einfach verstummen. Die Gegner der Zeitumstellung sind im Aufwind, jetzt wo ihr Thema einmal auf der politischen Agenda steht. Und aktuell wird es spätestens bei der nächsten Zeitumstellung am 28. Oktober von ganz allein wieder. 

Bei dieser Gemengelage kann Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 12. September in seiner Rede zur Lage der EU eigentlich nur eine Empfehlung abgeben: die Zeitumstellung europaweit abzuschaffen. Für alles andere bräuchte er wirklich gute Argumente.


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