Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Umfrage: AfD in Mitteldeutschland zweitstärkste Kraft, CDU sackt ab

Von Jakob Koch

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Keine klaren Mehrheiten mehr für den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (links) und Michael Kretschmer (beide CDU), Ministerpräsident von Sachsen. Foto: Monika Skolimowska/dpaKeine klaren Mehrheiten mehr für den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (links) und Michael Kretschmer (beide CDU), Ministerpräsident von Sachsen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Leipzig. Wären am Sonntag Wahl, müsste die CDU in den den drei mitteldeutschen Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen deutliche Verluste hinnehmen.

Wenn im nächsten Jahr in Sachsen und Thüringen gewählt wird, könnte es für die aktuellen Landesregierungen eng werden. Einer repräsentativen Umfrage von Infratest-Dimap im Auftrag des MDR zufolge gibt es keine klaren Mehrheitsverhältnisse mehr für die etablierten Regierungskoalitionen, die AfD wäre zudem zweitstärkste Kraft. Dasselbe gilt für Sachsen-Anhalt, dort wird allerdings erst in drei Jahren ein neuer Landtag gewählt. 

Sechs Parteien kommen in den den drei mitteldeutschen Ländern der Umfrage zufolge über die Fünf-Prozent-Marke. In Sachsen, wo CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer eine Große Koalition aus CDU und SPD anführt, ist vor allem die CDU in einem Umfragetief und hat bei den Wahlberechtigten ihre Mehrheit verloren. Sie wäre zwar mit 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Im Vergleich zu der Landtagswahl 2014 hätte sie aber 9,4 Prozentpunkte verloren. Die AfD wäre zweitstärkste Kraft mit 25 Prozent (plus 15,3 Prozent). 

Die Linken kämen laut der Umfrage auf 18 Prozent (-0,9). Die mitregierende SPD würde 11 Prozent erreichen (-1,4) und die Grünen sechs Prozent (+0,3). Die FDP läge bei fünf Prozent (+1,2) und könnte damit wieder in den Landtag einziehen:

Auch in Thüringen sieht es ähnlich aus: Dort führt Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) seit vier Jahren eine Koalition aus Linken, SPD und Grünen an. Die CDU liegt laut Umfrage ebenfalls bei 30 Prozent, AfD (23 Prozent) und Linke (22 Prozent) folgen. Die SPD liegt in Thüringen knapp zweistellig bei zehn Prozent, Grüne und FDP überwinden laut Umfrage gerade knapp die Fünf-Prozent-Hürde. Vor allem Linke (- 6,2) und CDU (-3,5) haben im Vergleich an Zuspruch verloren. Deutlichen Zuwachs verzeichnet auch hier die AfD (+12,4) – sie liegt damit erstmals vor den Linken:

In Sachsen-Anhalt muss die CDU-geführte Regierung mit SPD und Grünen von Ministerpräsident Reiner Haseloff ebenfalls Verluste hinnehmen: Die Christdemokraten fallen sogar auf den schlechtesten Wert seit 1998: Mit einem Minus von knapp zwei Prozentpunkten kämen sie auf 28 Prozent. Die Linke läge bei 19 Prozent (+2,7), die SPD bei 14 Prozent (+3,4), FDP bei acht Prozent (+3,1) und Grüne bei sechs Prozent (+0,8) – die AfD würde in Sachsen-Anhalt jedoch Stimmen verlieren und läge bei 21 Prozent (-3,3).


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