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27.08.2018, 17:06 Uhr KOMMENTAR ZUR BILDUNGSPOLITIK

Lehrermangel: Handfeste Lösungen fehlen

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Eigentlich dauert ein Lehramtsstudium in etwa so lange, wie ein Kind braucht, bis es in die erste Klasse gehen darf. Der Bedarf an und die Ausbildung von Lehrern ließen sich also langfristig planen. Trotzdem fehlt es an allen Ecken und Enden.

In Deutschland fehlen überall Lehrer. Obwohl das Thema nicht neu ist und sich Politiker wie Unionsfraktionschef Volker Kauder der Kritik von Gewerkschaften und Verbänden anschließen, bleibt die Liste der Kultusminister, die konkrete Lösungen umsetzen, erschreckend kurz.

Fest steht: Grundsätzlich wird es ohne mehr Studienplätze und Geld nicht gehen. Aber obwohl landauf, landab der Wert von Bildung beschworen wird, tun sich die meisten Landesregierungen schwer mit diesem Thema, lassen absurde Entwicklungen sogar laufen: Da werden über den Bedarf hinaus Tausende Gymnasiallehrer ausgebildet, während an den Grundschulen die Pädagogen fehlen.

Es kann auch keine dauerhafte Lösung sein, einen großen Teil der offenen Stellen mit Quereinsteigern zu besetzen, die zu allem Überfluss häufig nicht einmal mit einem Pädagogik-Crashkurs in den Dienst an der Schule starten. Es wird höchste Zeit, vernünftige Pläne und Maßstäbe im Umgang mit dem Mangel zu erarbeiten. Die nächste Kultusministerkonferenz im Oktober böte dazu Gelegenheit.


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