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Betreten des Geländes verboten "Rock gegen Überfremdung": Neonazi-Konzert in Mattstedt abgesagt

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2017 trafen sich Tausende Neonazis in Themar. Foto: dpa2017 trafen sich Tausende Neonazis in Themar. Foto: dpa

Mattstedt. Das für diesen Samstag geplante Neonazi-Konzert „Rock gegen Überfremdung“ im thüringischen Mattstedt ist abgesagt. Tausende Rechtsextreme waren in dem kleinen Ort erwartet worden.

Die zuständige Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße hatte zuvor das Veranstaltungsgelände abgesperrt und eine Nutzung untersagt. Zur Begründung führte die Kommune unklare Besitzverhältnisse an. Das Verwaltungsgericht lehnte einen Widerspruch der Veranstalter dagegen ab. 


Das thüringische Innenministerium teilte dies auf Twitter mit. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kommentierte: „Wir wünschen eine gute und friedliche Heimreise. Ehrlich gesagt ist der Wunsch auch verbunden mit der aufrechten Bitte um ein Niewiedersehn.“ In der Regel sind derartige Veranstaltungen durch das Versammlungsrecht geschützt und finden trotz aller Proteste statt. Auch in Mattstedt gingen die Organisatoren davon aus. Die unklaren Besitzverhältnisse waren wohl nicht bekannt.

Neonazis empört

Auf Facebook verbreitete sich am Freitagabend eine Nachricht, die offenbar von den Veranstaltern stammt: „Durch Spitzfindigkeiten und ein sehr merkwürdiges Schlupfloch haben die Behörden es geschafft den Zugang zum Veranstaltungsort gänzlich zu untersagen, mit Gerichtsbeschluss.“ Das geplante Konzert müsse daher ausfallen. Karteninhaber würden in den nächsten Tagen informiert, wie es weitergehe. Der Verkauf der Tickets war über ein rechtes Internetversandhaus im emsländischen Lingen abgewickelt worden. Geplant war zudem der Auftritt eines szenebekannten Neonazi-Musiker aus Meppen.  (Weiterlesen: Emsländer verkauft Tickets für Neonazi-Großkonzert in Thüringen) 

Auf Facebook empörten sich Neonazis über die Absage. „Es wird langsam echt mal Zeit den Bonzen nen richtigen Arschtritt zu verpassen“, kommentierte ein mutmaßlicher Kartenbesitzer. An anderer Stelle ist  „Justiznazis“ die Rede. "Auch wenn die Feinde Deutschlands einen kleinen Sieg verbuchen können, Ist der Kampf noch lange nicht vorbei", lässt ein Kommentator wissen. 

In Mattstedt selbst sind ungeachtet der Konzertabsage für heute Gegenveranstaltungen verschiedener Bündnisse geplant. Es wird mit bis zu 1000 Besuchern gerechnet.  (Weiterlesen: Emsländer verkauft Tickets für Neonazi-Großkonzert in Thüringen)



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