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23.08.2018, 16:32 Uhr KOMMENTAR

Viele Wünsche an die Asylpolitik

Kommentar von Stefanie Witte

Die Verfahren dauern nicht mehr zu lange. Das liegt aber nicht zwangsläufig an besserer Organisation. Foto: dpaDie Verfahren dauern nicht mehr zu lange. Das liegt aber nicht zwangsläufig an besserer Organisation. Foto: dpa

Osnabrück. Die Wunschvorstellung von der geordneten Zuwanderung und Abweisung von Flüchtlingen ist nicht mehr als das: ein Wunsch.

Ja, die Zahlen sinken. Im Schnitt müssen Asylbewerber weniger lang auf eine Entscheidung warten. Das heißt aber nicht, dass das System besser geworden wäre. Es sind schlicht viel weniger Flüchtlinge im Land, die auf eine Entscheidung warten.

Und auch die planvolle Zurückweisung an der Grenze ist eine Illusion. Die wenigsten Asylbewerber werden schließlich direkt beim Grenzübertritt aufgegriffen.

Kurz vor der Bayernwahl würde die CSU-Landesregierung wohl zumindest mit guten Nachrichten aus den so viel gelobten Ankerzentren Manching und Bamberg argumentieren wollen. Aber auch da: Fehlanzeige. Anträge von Asylbewerbern aus sogenannten sicheren Herkunftsländern dauern selbst hier länger als sieben Tage. Weder die Bundesregierung noch die bayrische Landesregierung können also behaupten, sie hätten die Lage voll im Griff und seien auf alles gefasst.

Da hilft nur die sinkende Zahl der Asylbewerber, die Deutschland nicht alleine beeinflussen kann. Einmal mehr zeigt sich: Echte Verbesserungen und Ergebnisse lassen sich nur durch internationale Kooperationen erzielen. Keine unwichtige Erkenntnis in einer Zeit, in der viele Staatenbünde wie die EU für unnötig halten.


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