Zehnköpfiges Expertengremium Deutschland hat einen neuen Digitalrat – Einer fällt besonders auf

Von dpa

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (1. Reihe 5.v.l.) steht mit den Mitgliedern des Digitalrates im Bundeskanzleramt zusammen. Foto: Kugler, Steffen/Bundesregierung/dpaBundeskanzlerin Angela Merkel (1. Reihe 5.v.l.) steht mit den Mitgliedern des Digitalrates im Bundeskanzleramt zusammen. Foto: Kugler, Steffen/Bundesregierung/dpa

Berlin. Der Digitalrat soll die Regierung mit Erfahrungen aus der Praxis konfrontieren. Beim Fototermin fällt Einer besonders auf.

Ein zehnköpfiges Expertengremium berät die Bundesregierung künftig bei der Digitalisierung des Landes. Das Kabinett setzte am Mittwoch den Digitalrat ein, der im Anschluss gleich zu seiner ersten Sitzung zusammenkam. Das Gremium aus Wissenschaftlern, Forschern, Unternehmern und Start-up-Gründern soll mindestens zweimal pro Jahr mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren Regierungsmitgliedern tagen, um ihre Praxiserfahrungen in die Politik einzubringen. 

Gründer von ResearchGate

Wie bei solchen Anlässen üblich, kamen die Mitglieder für ein Foto mit Merkel zusammen. Dabei erregte ein Mitglied des Rates für Aufsehen. Ijad Madisch kam in kurzer Hose zum Fototermin. Der Gründer des Wissenschaftsnetzwerks ResearchGate, steht – als einer der zehn berufenen Experten des Gremiums – im Bundeskanzleramt in heller kurzer Hose, T-Shirt mit roten Sneakers und ein Superman-Käppi, die Hände in den Hosentaschen. Neben ihm: Regierungsmitglieder, darunter die Kanzlerin, die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, sowie Verbraucherschutzministerin Katarina Barley, Arbeitsminister Hubertus Heil und Finanzminister Olaf Scholz.  

Im Internet entspann sich bei einigen eine Debatte über das Outfit des Enddreißigers, dessen Unternehmen laut Bundesregierung mehr als 13 Millionen Mitglieder weltweit miteinander vernetzt, so dass die Nutzer ihre Forschungsergebnisse teilen können.  

Der Mediziner Madisch, 1980 als Sohn syrischer Einwanderer in Wolfsburg geboren, gab selber Tweets zu seinem Look auf seinem Twitter-Account weiter. So retweetete er Posts wie "Ich feier @IjadMadisch so hart, für sein Outfit!" oder "Hach, @IjadMadisch – wie ich deinen Style feier!".

Er retweetete aber auch Kritik wie: "Bei aller coolness und hippness – wenn man eine Sitzung im Kanzleramt hat könnte man ja schon mal die Kappe absetzen und sich optisch entsprechend kleiden." Dass Madischs Kleidung nichts über seine Eignung als Ratsmitglied aussagt ist jedoch auch klar. 

Digitalrat in Koalitionsvertrag vereinbart

"Wir sollen die Bundesregierung beraten, wir sollen sie antreiben, und wir sollen sie unterstützen", erklärte die frühere Verteidigungsstaatssekretärin und Unternehmensberaterin Katrin Suder, die den Vorsitz im Digitalrat übernommen hat. Merkel erwartet nach eigenen Worten „einen lebendigen Austausch, der uns insgesamt in unserer Arbeit gut voranbringen wird". Die Einrichtung eines Digitalrats hatten CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart.

Der Nationale Normenkontrollrat begrüßte die Einsetzung des neuen Gremiums. Der Vorsitzende Johannes Ludewig erklärte, bei der Digitalisierung der Verwaltung habe Deutschland im europäischen Vergleich einen deutlichen Rückstand. "Hier kann der Digitalrat eine wichtige Hilfe sein." Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Frank Sitta hält den Digitalrat hingegen für nicht ausreichend: "Unser Land braucht ein Digitalministerium mit klaren und weitreichenden Handlungskompetenzen und kein weiteres zahnloses Gremium, das nur über Digitalisierung redet." 


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